Quo vadis, Körper?

Den obligatorischen Einleitungssatz darüber, wieviel Zeit schon wieder vergangen ist, spare ich mir heute (und in Zukunft, versuche ich zumindest).

Es ist mal wieder Zeit für eine kleine Bilanz und neue Erkenntnisse.

Was ist besser?

Ich habe einen akzeptablen „Schlafmodus“ gefunden. Ich schlafe immer noch nicht erholsam, aber ich schlafe zumindest mal wieder gute 6-7 Stunden. Es gibt Ausreißer, Nächte, in denen ich gar nicht zur Ruhe komme, aber sie sind nicht mehr die Regel. Das ist das Resultat einer (gegen die Empfehlung des Endokrinologen) gesteigerten Dosis L-Thyroxin, die ich jetzt Abends einnehme. Dazu kommt zeitlich versetzt noch Selen sowie Glycin. Den B-Komplex mit dem P5P, das mir beim Schlaf ja gerne mal ein Schnippchen schlägt, habe ich jetzt bei 1/3 Kapsel gesteigert (ich war auch schon mal höher, bekam dann aber wieder die typischen Durchschlafprobleme). Mit der Dosis (ca. 3mg P5P) schlafe ich durch und habe eine mäßige Traumerinnerung. Bei dieser Dosierung bleibe ich jetzt erst einmal.

Nicht ganz so neu, aber noch mal bestätigt ist, dass sich das Thema Essen „einschleift“.  Ich habe das mit dem Rotieren ganz gut raus und weiß beim Histamin relativ zuverlässig, was ich mir zumuten kann. Ich habe auch zunehmend den Eindruck, dass Essen bei meinem Befinden (sprich: der Erschöpfung) nicht mehr die entscheidende Rolle spielt – solange ich nicht mächtig über die Stränge schlage. Sowohl Histaminhaltiges, als auch Histaminliberatoren gehen in Maßen – im Moment stehen z.B. regelmäßig Bananen, Soja, Kichererbsen, Walnüsse, Macadamianüsse, ab und zu sogar mal Erdnussmus. Wenn es mal zuviel war, merke ich es meistens am nächsten Tag beim Duschen (rote Flecken auf der Haut) und an meinen Ohrenschmerzen… das ist mein Frühwarnsystem.

Leider kommt jetzt Teil zwei:

Was ist schlechter?

Blöderweise muss ich dazu auch was schreiben. Ich hatte nach meinem Infekt eine ziemlich gute Phase. Es gab richtig gute Tage, an denen ich mehr Energie hatte, als sonst. Zur Orientierung: auf meiner Skala von 1-10, mit der ich mein Energielevel „messe“, habe ich von Mai bis Dezember maximal eine 0,5-1,5 erreicht. Im Dezember hatte ich durchaus Tage, wo es mal in Richtung 3-4 ging. Der erste richtige Dämpfer kam dann Silvester. Am Essen kann ich es nicht festmachen, ich denke, es war eine Kombi aus Umwelteinflüssen bestehend aus zu wenig Schlaf sowie sehr starkem Passivrauchen (wir waren in einer Raucherwohnung eingeladen). Wir waren um ca. 2 Uhr zu Hause. Am nächsten Tag ging es mir hundeelend, ich war kreideweiß im Gesicht und hatte keine Energie. Es hat vier bis fünf Tage gedauert, bis ich wieder etwas besser dabei war.

Dann kam der erste Arbeitstag, der war OK. Am zweiten habe ich plötzlich einen solchen Energieschub bekommen, ich wußte praktisch nicht, wohin damit. Am nächsten Tag ging dann plötzlich gar nichts mehr und seitdem komme ich nicht wieder „hoch“. Ich bin kaum arbeitsfähig, kann mich nicht konzentrieren, bin völlig erschöpft. Ich weiß absolut nicht, was das provoziert hat. Eine mögliche Erklärung ist die, die ich eigentlich ausgeschlossen hatte: es gibt irgendetwas in meinem Bürogebäude, auf das ich negativ reagiere. Das heißt nicht unbedingt, dass es dort „Wohngifte“ gibt (wobei auch das nicht ausgeschlossen ist) – es wäre aber denkbar, dass es dort chemische Stoffe gibt, auf die ich (im Gegensatz zu vielen anderen) sensibel reagiere.

Nun überlege ich hin und her, was ich tun soll. Raumluftanalyse ist ein Riesenangang und ob es was bringt, ist unklar. Selbst bezahlen kommt nicht in Frage; ob der Arbeitgeber sich beteiligt? Sicher schwierig. Dann hat mein Mann mir einen Geistesblitz beschert, indem er mich auf den Teppich im Büro und meine Hausstaubmilbenallergie hingewiesen hat. Da fiel mir erstmal die Kinnlade runter. Ich habe an das Thema im Zusammenhang mit meinem Büro nicht gedacht, weil ich früher eigentlich immer über die Atemwege reagiert habe. Da diese Symptome ausbleiben im Moment, hatte ich das abgehakt. Was aber, wenn mein Immunsystem sich über die Erschöpfung bemerkbar macht? So werde ich das Thema Arbeitsplatz jetzt angehen. Zunächst werde ich versuchen, zwei Wochen zu Hause zu Arbeiten. Das sollte möglich sein. Wenn sich da etwas tut, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwas mit meinem Büro zu tun hat. Dann werde ich mit meinem Arbeitgeber reden und hoffentlich gemeinsam überlegen, wie es weitergehen kann. Da ist das Thema Allergien und Hausstaubmilben wahrscheinlich noch das, was sie am ehesten (be)greifen können.

So, nun habe ich mir das mal von der Seele geschrieben. Dieser „Absturz“ beschäftig mich ganz schön und macht mich sehr traurig. Ich hatte im Dezember für einen Moment den Eindruck, dass es da einen Weg gibt und dass das ein Weg ist, der bergauf geht. Das hat mich Hoffnung schöpfen lassen, die nun gerade wieder vollkommen dahin ist. Es sind schon wieder reichlich Tränen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geflossen. Aber auch da führt wieder ein Weg raus.

Summer rolls for Christmas

Das Thema Weihnachtsessen treibt ja schon „Normalessende“ ziemlich um – wenn man dann noch für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Rotationsdiät planen soll, kann das eine ganz schöne Herausforderung sein. Zum Glück ist das Thema Essen bei uns Weihnachten insofern etwas entspannter, als es Suppenfondue gibt. Da brauchte ich nun eh schon immer eine „Extrawurst“ (respektive einen Extratopf), weil ich kein Fleisch esse. Allerdings habe ich mir dieses Jahr nach langem hin und her mit mir selbst überlegt, den Topf direkt auch noch über Bord zu werfen und was ganz anderes zu machen. Fondue lebt ja irgendwie von den Saucen und da ist meine Auswahl gerade wirklich sehr, sehr eingeschränkt. Die Grießklößchen, die ich sonst immer als vegetarische Einlage beigesteuert habe kann ich auch nicht mehr essen (da sind Quark und Eier drin). Und um mir jetzt ein paar Möhrenscheibchen zu garen brauch ich dann doch kein Fondue.

Also hab ich mir was rausgesucht, das ich sehr gerne esse (eins der wenigen Gerichte, die mir gerade überhaupt schmecken): Summer rolls – also in Reisteigplatten eingerolltes Gemüse. Da kommen dann Möhren, Koriander, Gurken, Mango und vielleicht etwas Avocado rein, ich kann mir die Dinger am Tisch rollen und bin auch beschäftigt. Dazu mache ich eine Erdnusssauce (mit Kokoscreme) und vielleicht etwas aus Kichererbsen und Sesam.  Das ist dann HI-technisch nicht ganz „sauber“, aber ich denke, es wird gehen.

Ansonsten treibt mich beim Essen das Thema Schokolade sehr um. Da ich als Resultat des IgG-Tests auf Milchprodukte verzichte, dunkle (milchfreie) Schokolade bei HI aber kritisch ist (das habe ich leider jetzt auch beim „Testen“ noch mal bestätigt bekommen ;)) und die vegane weiße Schokolade, die ich bis jetzt gesehen habe, vor Zusatz- und Inhaltsstoffen (u.a. Sonnenblumenöl, was ja auch auf meiner roten Liste steht) nur so strotzt, muss ich da wohl selbst ran. Ich habe ein Rezept von Attila Hildmann entdeckt, das für mich funktionieren müsste (hauptsächlich Kakaobutter und Mandelmus). Vielleicht traue ich mich gleich noch mal in den  Biosupermarkt und kaufe last minute Kakaobutter.

Wie läuft es sonst so? Ich rotiere fleissig weiter, wobei ich bei den Pflanzenfamilien, auf die ich im IgG-Test nicht reagiert habe, nicht mehr ganz so streng bin. Insbesondere bei den Ölen bin ich nicht mehr in dem 4-Tagesrhythmus, weil ich da nicht genug Auswahl habe, mit der man auch heiß braten kann. Ich rotiere gerade Olive, Raps und Palmfett – letzteres mag ich allerdings überhaupt nicht. Ich versuche jetzt noch mal wieder Kokosöl stattdessen. Traubenkernöl scheine ich nicht gut zu vertragen, Avocadoöl schmeckt mir wider erwarten nicht. Werde demnächst mal noch Erdnussöl testen.

Von den Symptomen her ist gerade der schlimme Juckreiz etwas besser geworden – ich kann jetzt nicht sagen, ob es an der Rotation bzw. vor allem dem Meiden von Milch und Eiern liegt oder daran, dass ich mein Deo und mein Haarprodukt gewechselt habe. Ist beides möglich.

Dann hatte ich letzte Woche einen ziemlich blöden Infekt – ich dachte erst, es sei vielleicht eine Histaminreaktion, aber es war tatsächlich eine Art „Erkältung“ (aber ohne starke Beteiligung der Atemwege). Das hat mich direkt so umgehauen, dass ich mich krank schreiben lassen musste. Hatte ich echt lange nicht mehr – ich frage mich, ob es ein Zeichen dafür sein kann, das mein Immunsystem sich irgendwie wieder „normalisiert“? Es war wahrscheinlich aber einfach Zufall ;).

An der Schlaffront komme ich nicht so richtig weiter. Allerdings beobachte ich mal wieder, dass ich auf das aktivierte B6 (P5P) schon in Minidosen mit extrem lebhaften Träumen und noch schlechterer Schlafqualität reagiere. Ich habe noch mal versucht, den B-Komplex einzuschleichen (zuletzt war es ja das isolierte P5P). Ich nehme nur etwa 1/5 Kapsel und habe schon wieder die wirren Träume. Ich muss im neuen Jahr unbedingt mal bei keac anrufen und fragen, wie ich das „deuten“ soll bzw. was sie mir empfehlen.

Nun stürze ich mich mal in die Vorbereitungen für heute Abend (bzw. erst einmal in den Supermarkt). Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest!

Ich rotiere

Wie die Überschrift schon verrät habe ich letzte Woche relativ kurz entschlossen mit der Rotationsdiät begonnen. Ich habe mich direkt ins „Vergnügen“ gestürzt und habe auf die im Buch („Die Rotationsdiät“ von Anne Calatin) eigentlich empfohlene Vorbereitungsdiät und die Testwoche verzichtet – erstere ist bei mir glaube ich nicht nötig, weil ich ja schon lange nicht mehr „normal“ esse, zweitere macht so, wie sie in dem Buch beschrieben ist, keinen Sinn – es wird empfohlen jeden Tag mehrere Lebensmittel zu „testen“. Da Symptome ja auch erst nach 24 Stunden oder sogar später auftreten können, ist das – mit Verlaub – ziemlicher Quatsch. Zur Verteidigung des Buchs muss ich sagen, dass es erstens schon recht alt ist (1986) und sich zweitens an Allergiker richtet. Allergien des Soforttyps machen, wie der Name schon sagt, relativ schnell Beschwerden. Aber auch die müssen nicht so schnell wieder abklingen, dass man nach ein paar Stunden schon das nächste Lebensmittel testen kann.

Das Prinzip der Diät ist folgendes: Das gleiche Lebensmittel wird nur alle 4 Tage verzehrt (es gibt auch eine 7-Tage Variante, die mache ich aber nicht). Lebensmittel aus der gleichen Familie nur alle zwei Tage – d.h. man isst keine verwandten Lebensmittel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Ansonsten kann man essen was man will bzw. verträgt. Das klingt jetzt erst einmal nicht so schwer – es ist aber eine ganz schöne Puzzelei, bis man den Speiseplan für die Woche zusammen hat. Ein blöder  Nebeneffekt für mich war außerdem, dass ich sonst immer abends für den nächsten Tag vorgekocht habe, allerdings das gleiche auch abends gegessen habe. Das ist jetzt nicht mehr erlaubt.

Die Idee bei der ganzen Sache ist, dass man sich (z.B. beim Vorliegen einer durchlässigen Darmschleimhaut / eines Leaky Guts) nicht durch ständige Reizung des Immunsystems noch neue Unverträglichkeiten heran züchtet. Einige Infos zur Durchführung und zum Sinn und Zweck der Rotationsdiät findet Ihr z.B. hier: http://kochbuch.liekam.de/grundprinzipien-der-rotationsdiat/ und hier:  http://www.naturheilbund.de/downloadp.php?ev_10_rotationsdiaet.pdf‎. Hier gibt es eine ausführliche Übersicht über die Pflanzenfamilien: http://www.kochen-ohne.de/rezepte/4-tages-rotationsdiaet.php.

Ich habe mich dazu entschieden, es mit der Rotation zu versuchen, da ich in letzter Zeit doch wieder mit einigen Problemen zu kämpfen hatte – ich vermute, weil ich schleichend doch wieder einige unverträgliche Lebensmittel in zu großen Mengen in den Speiseplan eingebaut habe (Schokolade und Kokosnuss sind so ein Kandidat). Ich hatte vor allem Probleme mit stark juckender Haut – vor allem an den Schienbeinen und am Rücken – sowie einer Art Ausschlag auf der Oberschenkelrückseite. Ich hoffe jetzt, dass ich die Probleme zum einen dadurch mindern kann, dass ich Lebensmittel eben nicht mehr mehrere Tage hintereinander esse. Außerdem schaffe ich es über die Rotation vielleicht noch ein paar weitere Übeltäter zu identifizieren. Zum Glück habe ich genug verträgliche Lebensmittel zur Verfügung, sodass ich ohne größere Probleme rotieren kann.

Ich habe mich jetzt auch entschieden, als Snack verschiedene Nusssorten mal durchzutesten. Die können bei einer Histaminintoleranz Probleme machen, aber viele vertragen auch die eine oder andere Sorte in Maßen. Auch Hülsenfrüchte habe ich jetzt an einem Tag pro Woche in den Speiseplan aufgenommen – beides auch mit dem Ziel, außer Fisch noch ein paar andere Eiweißquellen zu haben. 

Die erste Woche lief von der „Logistik“ her eigentlich ganz gut. Von den Symptomen her war es „durchwachsen“, wie immer. Es gab zwei Tage mit ziemlichen „Ausreißern“ nach unten – ich habe ganz massiven Juckreiz an den Schienbeinen gehabt (das geht bei mir dann wirklich soweit, dass ich mich blutig kratze, weil es nicht auszuhalten ist). Über den genauen Auslöser spekuliere ich noch, weil die Symptome mit Verzögerung kamen. Im Moment habe ich unter anderem  Macadamia und Mango im Verdacht, aber es gibt noch ein paar potenzielle Übeltäter. Es wird noch ein bisschen dauern, bis ich die wirklich identifiziert habe, aber das ist OK. Leider hatte ich auch wieder eine ziemlich schlaflose Nacht – da habe  ich das Abendessen und vor allem den Fisch (Schellfisch) im Verdacht, denn mein Magen/Darm hat sich schon direkt nach dem Essen ziemlich gesträubt (hat sehr viele Geräusche von sich gegeben).

Um meinen Symptomen – bzw. den Auslösern – besser auf die Schliche zu kommen probiere ich ein neues Hilfsmittel aus – ich habe mir eine App runtergeladen, die einem dabei hilft, mögliche Symptomauslöser zu identifizieren. Jetzt muss ich sie natürlich erst eine Weile mit Daten füttern, denn gerade, weil ich Lebensmittel jetzt in größeren Abständen esse, dauert es eine Weile, bis genügend Infos vorliegen, um „belastbare“ Tipps abgeben zu können. Jetzt führe ich also mein Ernährungstagebuch auf dem Handy. Es ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber im großen und ganzen klappt es ganz gut. Ich trage für jeden Tag ein

  • wie ich schlafe,
  • wie meine Energie ist,
  • was ich esse,
  • welche Symptome ich habe.

Man kann auch Sport, Umwelteinflüsse (z.B. Chemie-Exposition), Stress, etc. eintragen. Funktioniert eigentlich ganz gut. Wenn es genug Daten gibt, dann berechnet die App auf dieser Grundlage, welches Lebensmittel als Auslöser von Symptomen in Frage kommt. Ich hoffe also, dass ich, wenn ich das jetzt 3-4 Wochen brav fülle, vielleicht schon erste Erkenntnisse gewinne. Gerade bei den verzögerten Reaktionen ist es ja manchmal echt schwer, den wirklichen Übeltäter zu identifizieren. Die App heißt übrigens „My Symptoms“ – Yasmina von The Low Histamine Chef hatte sie empfohlen.

Ein klein wenig aufgeweicht habe ich nun die „Paleo“-Ernährungsweise, vor allem, um mit Hülsenfrüchten sowie Quinoa noch zwei Eiweißträger in meinen Speiseplan zu bekommen. Denn Eier stehen jetzt ja auch nur noch alle vier Tage auf dem Speiseplan. Ganz selten mal esse ich Getreide, primär glutenfrei. Aber auch nicht öfter, als einmal die Woche.

Mal schauen, wie es weiter geht.