Ups and downs

Gestern Abend habe ich mal wieder ein neues Mittel ausprobiert, das mir mein Homöopath geschickt hat. Aus dem letzten Versuch ist das Kalium Phosphoricum in einer etwas niedrigeren Potenz als ursprünglich versucht übrig geblieben. Heute morgen habe ich mich eigentlich überraschend gut gefühlt (dafür, dass ich gestern quasi meinen Namen nicht mehr gerade schreiben konnte und gefühlt auch nicht mehr wußte, wie ich heiße, weil ich so kaputt war). Gut geschlafen hatte ich nicht, aber ich bin etwas besser die Treppe ins Bad rauf gekommen, als sonst morgens.

Dann habe ich heute meine erste B12-Spritze bekommen und es ging mir eigentlich den Tag ziemlich gut – insgesamt habe ich mich deutlich weniger erschöpft gefühlt. Das lag jetzt sicher nicht an der Spritze, aber vielleicht war es ein Placebo-Effekt. Soll mir recht sein ;).

Beim Mittagessen habe ich mich das erste mal wieder an die vegane Linsensuppe mit Kokosmilch rangetraut, die es standardmäßig in dem Suppenladen gibt. Ich war sehr skeptisch, wegen der Linsen und der Kokosmilch, da ich mir bei beidem ja nicht so sicher bin wie ich sie vertrage. Aber es hat ganz gut geklappt! Ein bisschen hat es gegrummelt im Darm, aber wirklich nur ganz wenig.

Allerdings ist heute Abend die Stimmung mal wieder im Keller – ob das an den Linsen liegt? Ich habe ja schon öfters das Gefühl gehabt, das Hülsenfrüchte bei mir die Stimmung schwanken lassen. Allerdings gab es auch einen konkreten Anlass. Ich habe das erste mal seit Längerem mal wieder bei Libase vorbeigeschaut. Ich hatte mir vorgenommen etwas Pause dort zu machen, weil ich gemerkt habe, dass mich die ständige Beschäftigung mit Unverträglichkeiten und Gesundheit regelrecht auffrisst. Jedenfalls bin ich prompt in einen Thread „geraten“, bei dem es um die Frage HPU und Sport ging. Dort haben HPU Betroffene berichtet, dass sie trotz der Behandlung der Nährstoffdefizite, die durch die HPU entstehen, kaum Sport – insbesondere keinen Ausdauersport – machen können. Nun denke ich wieder, ich werde nie wieder auf dem Rennrad sitzen und bin sehr traurig,

Bestandsaufnahme

Es ist ein verregneter Sonntag und ich dachte, ich mache mal eine Bestandsaufnahme und überlege, wie es weitergehen soll.

Der Punkt, an dem es mir es mir dieses Jahr mit am schlechtesten ging war der Januar, als ich noch nichts von meiner Histaminintoleranz wußte und mich mit histaminhaltigem Essen mehrfach so richtig „abgeschossen“ habe. Heute geht es mir auch schlecht, aber ganz anders.

Seit ich um Karneval herum mit der histaminarmen Ernährung begonnen habe, haben sich im Magen-Darm-Bereich viele meiner Symptome, die ich hier im Blog aufgeführt habe, deutlich gebessert. Das war ein Prozess, der sich über 4-5 Monate hingezogen hat, ist also nicht von jetzt auf gleich passiert. So sieht meine Beschwerdeliste im Moment aus. Die durchgestrichenen Symptome habe ich auch noch, aber wirklich nur noch selten – mehrmals im Monat vielleicht. Vorher täglich oder mehrmals wöchentlich:

  • Magen-Darm: Blähungen, breiiger Stuhl, unverdaute Essensreste im Stuhl, laute Darmgeräusche, Durchfall, Übelkeit, paradoxer Stuhl, Luft im Oberbauch, Krämpfe Unterleib/Darm (zyklusbedingt).
  • Herz-Kreislauf: Herzklopfen, erhöhter Puls (insb. unter Belastung), Engegefühl in der Brust, Schwindel, Herzstolpern, Kopfschmerzen (v.a. zyklusbedingt).
  • Hals, Nase, Ohren: Halsschmerzen, Ohrenschmerzen links, Reizhusten, geschwollene Nasenschleimhäute, verschleimter Hals, Fließschnupfen.
  • Haut: Juckreiz, rote Flecken (v.a. nach dem Duschen), Ausschlag (v.a. Leisten, Rücken), wunde Stellen im Mund, belegte Zunge.
  • Gefäße: starkes Frieren, blaue Fingernägel, geschwollene Finger, Raynaud’sches Syndrom, Flush, geschwollene Augen (morgens).
  • Sonstiges: Engegefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Nachtschweiß, Unruhiger/nicht erholsamer Schlaf, Abgeschlagenheit, massive Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, brennende Augen, plötzliche bleierne Müdigkeit, PMS, Empfindlichkeit gegenüber Düften, Parfümstoffen, starke Regelbeschwerden.

Die zyklusbedingten Beschwerden sind abgeschwächt, weil ich unterdessen keine „Pillenpause“ mehr mache.

Die Veträglichkeit von Lebensmitteln ist wieder gestiegen – teilweise konnte ich das schon vor der Impuls-Therapie beobachten, aber insbesondere die Verträglichkeit von Obst und Zucker ist erst seit den entsprechenden Desensibilisierungen wieder gegeben. Gleichzeitig habe ich den Eindruck seit den Desensibilisierungen Kuhmilchprodukte wieder besser zu vertragen.

Neben dem Obst konnte ich auch einige Gemüsesorten wieder in meinen Speiseplan aufnehmen, die ich zuvor schon sehr lange gemieden hatte – insbesondere Zwiebeln, Zucchini und Kürbis. Auch bei den Gewürzen bin ich wieder mutiger geworden. Ob das jetzt ein Erfolg der Impuls-Therapie oder der langen Karenz ist, vermag ich nicht zu beurteilen – ist mir aber auch egal. Letztlich habe ich durch die Erfolge beim Obst den Mut gefunden, diese Sachen auch mal wieder zu testen. Ich traue mich ab und zu sogar ein paar Oliven (ohne Essig, nur mit Kräutern) aus dem Bioladen und auch mal ein Sojawürstchen zu essen. Soja ist wegen der Histaminintoleranz nicht günstig und ich merke am nächsten Tag, wenn ich zuviel hatte, aber ab und zu ist sogar das unterdessen drin.

Was ich in der nächsten Zeit testen möchte sind vor allem Mandeln (habe ich gestern das erste Mal gegessen und vertragen) und Kichererbsen – laut dem Interview mit Dr. Joneja auf http://thelowhistaminechef.com können diese durchaus verträglich sein, während rote Hülsenfrüchte eher unverträglich sind.

Man sieht, das meine Ernährung doch wieder um einiges abwechslungsreicher geworden ist und insgesamt sind Magen und Darm recht ruhig. Das sind die Erfolge.

Was schlimmer wurde

Leider – man sieht es auch an den verbliebenen Symptomen – haben sich meine Probleme in einen Bereich verlagert, unter dem ich letztlich gerade mehr leide, als unter den Einschränkungen beim Essen. Ich hab ja in den letzten Posts schon genug darüber geschrieben und gejammert – es geht um die extreme Erschöpfung, unter der ich leide. Wenn ich so zurückdenke, ist diese seit Mai ständig schlimmer geworden.

Anfang Mai waren wir noch auf einer mehrtägigen organisierten Rennradtour. Ich habe eigentlich die ganzen Monate davor dafür gekämpft, dort mitfahren zu können. Ich habe dabei die Grenzen, die mir mein Körper gesetzt hat glaube ich ziemlich vehement überschritten und die Warnsignale, die er mir gegeben hat ignoriert oder mit Antihistaminika überdeckt. Seitdem diese Tour vorbei ist geht es mir eigentlich ständig schlechter. Ich musste nach und nach alle sportlichen Aktivitäten einstellen. Zunächst das Rennradfahren, dann das Schwimmen, das ich als Ausgleich begonnen hatte. Ein Versuch mit leichtem Muskeltraining im Fitnessstudio ist grandios gescheitert. Mein Körper reagiert auf die geringste Beanspruchung mit tagelangen Erschöpfungszuständen. Ich weiß oft nicht, wie ich morgens aus dem Bett und durch den Tag kommen soll. Gleichzeitig leide ich so darunter, nicht aktiv sein zu können. Vom Kopf her will ich (und zwar am besten direkt durch die Wand), aber der Körper schreit einfach nur „Nein“ (naja…er pfeift eher auf dem letzten Loch und röchelt ein heiseres „Bitte nicht“).

Wo vorher meine Einschränkungen beim Essen mein Leben bestimmt haben, ist es jetzt die Erschöpfung. Alles richtet sich danach und ich hab das Gefühl, dass mein Leben gerade völlig kaputt ist. Es ist fast nichts mehr von dem übrig, was ich früher genossen habe.

Wie geht es weiter?

Es gibt noch ein paar Optionen, die ich bis jetzt noch nicht verfolgt habe. Anderes habe ich angefangen und werde es weiter verfolgen. Dazu gehören:

  • die Homöopathie. Auch wenn es wirklich schwierig zu sein scheint, „mein“ Mittel zu finden, habe ich diese Option noch nicht aufgegeben. Der Homöopath auch nicht, zum Glück.
  • die Impuls-Therapie. Auch wenn sich die Erschöpfung nach der Weizendesensibilisierung nicht, wie erhofft und von Frau Dr. W. in Aussicht gestellt, gebessert hat, möchte ich wegen der Erfolge beim Obst auf jeden Fall noch einen Anlauf wagen – ich würde gerne Milch und eventuell den Eiweissbaustein, der dort getestet wird, in Angriff nehmen.

Was sonst noch?

  • Endokrinologie – Termin im November.
  • Etwas schwieriger und aufwändiger wird das Thema Büro-Chemie am Arbeitsplatz. Meine Probleme haben damit so richtig begonnen, dass ich meinen Arbeitsplatz gewechselt habe. Eine Möglichkeit ist, dass an meinem Arbeitsplatz etwas ausdünstet, das mich belastet. Es gibt mindestens eine Kollegin, die ebenfalls Probleme hat (ich vermute MCS) und zu Hause arbeitet. Es ist allerdings schwierig, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Sie ist telefonisch nicht erreichbar und auf meine E-Mail hat sie nicht geantwortet. Von einer Nutzerin bei Libase habe ich hilfreiche Hinweise zu dem Thema bekommen. Ich muss nur meine Kraft zusammennehmen und endlich etwas in die Wege leiten (z.B. eine Blutuntersuchung). Es wäre so viel einfacher, wenn ich kompetente ärztliche Unterstützung hätte.
    Von einer anderen Kollegin habe ich jedenfalls gehört, dass es Probleme mit dem Teppich gab/gibt, der sehr gestunken hat, als er verlegt wurde. Die Büros riechen immer noch – fast ein Jahr später – ziemlich unangenehm, wenn sie nicht gelüftet sind. Nicht unbedingt nach Chemie oder Lösungsmitteln, sondern muffig – aber ein gutes Raumklima herrscht auf jeden Fall nicht.
  • Ebenfalls nicht ganz einfach ist das Thema Borreliose. Eine Bekannte (die selbst Leistungssportlerin war) hat mir einen Arzt empfohlen, der auf Borreliose spezialisiert ist. Leider habe ich im Internet gesehen, dass die Praxis offenbar keine Borreliose-Patienten mehr aufnimmt. Ich habe mich nicht getraut, anzurufen, aus Angst, abgewimmelt zu werden. Ich fühle mich da immer so unendlich hilflos und so eine Absage zieht mich momentan immer so runter, dass ich erst mal wieder nur heule. Ich habe dem Arzt nun direkt eine E-Mail geschrieben, aber noch keine Antwort erhalten.
  • Spezialklinik. Im Sauerland gibt es eine Klinik, die sich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien spezialisiert hat. Wenn es mir bis November nicht deutlich besser geht, werde ich versuchen, mich dort von meiner Hausärztin einweisen zu lassen. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten gerade nicht mein größtes Problem sind, kann es schon sein, dass meine Erschöpfung von einer unerkannten Unverträglichkeit kommt.

Man sieht, dass ich sicher noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Aber es geht alles so quälend langsam und kostet so viel Kraft, das alles alleine anzugehen und zu organisieren. Und gerade Kraft ist das, was mir gerade so fehlt.

 

Auf und ab

Gestern ging es mir nach den schlimmen Tagen vorher ein bisschen besser – ich hatte etwas mehr Energie und hab mich nicht so völlig fertig gefühlt. Aber wahrscheinlich habe ich es dann übertrieben…ich war einkaufen und hab danach hier im Haus noch aufgeräumt. Heute sind die Speicher wieder leer, jede Treppenstufe ist eine Qual. Der Kopf ist schwer, die Beine sind schwer und die Rückenschmerzen, die ich seit Tagen habe, helfen natürlich auch nicht. Neben den Problemen mit der Lendenwirbelsäule, die ich schon seit Monaten habe, ist jetzt noch mindestens ein Brustwirbel blockiert, wobei es sich eher anfühlt wie zwei. Das macht so schöne Schmerzen beim Atmen.

Gestern kam meine Lieferung von MyProtein. Ich habe dort neben vegetarischen Leerkapseln auch Phosphatidylserin bestellt. Ich hatte im „Handbuch Nährstoffe“ von Burgerstein gelesen, dass es positiv bei Stress und Erschöpfung wirken soll. Es soll außerdem die Regenerationsfähigkeit verbessern. Empfohlen werden dort 400mg pro Tag. Ich werde wohl mal versuchen, es einzuschleichen, allerdings muss ich damit noch ein bisschen warten, da ich ja mal wieder ein homöopathisches Mittel teste.

Apropos: ich hatte ich Post von meinem Homöopathen, der davon ausgeht, dass meine schlimme Erschöpfung gepaart mit den Stressträumen eine Reaktion auf das Mittel sein kann (Erstverschlimmerung). Ich soll die Globuli jetzt mal drei Tage weglassen und schauen, was passiert.

Ich trete auf der Stelle…

Mal wieder ein kurzes Update, wobei es nicht viel zu berichten gibt. Die Hoffnung, dass sich durch die Weizen-Desensibilisierung etwas Grundsätzliches ändert, hat sich leider bislang nicht bestätigt. OK, ich weiß, ich bin wahrscheinlich auch zu ungeduldig, aber ich fühle mich leider genauso, wie vorher. Die Zucker- und Fruchtzuckerdesensibilisierungen haben natürlich merklich etwas gebracht und ich kann tatsächlich mehr essen, ohne die entsprechenden Unverträglichkeitsreaktionen zu bekommen. Allerdings merke ich die Histaminintoleranz noch ganz deutlich und bekomme auch schnell die Quittung für entsprechende „Sünden“. Ich merke , dass Zucker/Fruchtzucker und Histamin zwei paar Schuhe sind – die Zuckerreaktionen bleiben aus, aber die Histaminreaktionen sind noch da. Das ist aus der Ferne betrachtet bestimmt interessant, für mich ist es gerade deprimierend, zumal ich mir nach wie vor aus Obst nicht allzuviel mache. Auch wenn ich als Zweckpessimistin natürlich immer versucht habe, mir nicht allzugroße Hoffnungen zu machen, habe ich ja schon insgeheim darauf gehofft, dass sich schnell etwas ändert. Es wird aber auf jeden Fall weitere Desensibilisierungen geben. Ich bin weiterhin sicher, dass ich keine Milch vertrage (obwohl ich komischerweise auf Mozzarella nicht unmittelbar reagiere – auf Milch hingegen schon).

Meine Stimmung ist seit zwei Tagen ziemlich bescheiden. Ich habe ein wenig das homöopathische Mittel im Verdacht, dass ich gerade „testweise“ nehme. Ich hatte nichts mehr genommen oder ausprobiert, während die Desensibilisierungen liefen und habe nun in Absprache mit dem Homöopathen noch einmal ein neues Mittel (bzw. eine Kombination) ausprobiert. Da bin ich nun mittendrin. Ich habe das erste Mittel vorgestern Abend genommen und jetzt zwei Nächte noch schlechter, als sonst geschlafen, weil ich „Stressträume“ hatte. Das ist lange nicht mehr vorgekommen und es wundert mich, dass ich sie jetzt zwei Nächte hintereinander hatte. Ich vermute daher, eine Reaktion auf das Mittel, aber es kann natürlich auch einen anderen Grund haben. Jetzt soll ich für zwei Wochen jeden Morgen Globuli des anderen Mittels nehmen.

In Sachen Essen hat sich für mich noch mal bestätigt, dass ich mit Obst am Vormittag überhaupt nicht klar komme. Ich hatte es vorgestern noch mal mit ein paar Aprikosen als zweite Mahlzeit des Tages probiert (das war gegen 10 oder 11) und bin danach wieder unglaublich müde geworden. Vom Magen/Darm her war aber – anders als bei meinem allerersten Versuch – alles ruhig. Das mit der Müdigkeit kann ein Hinweis darauf sein, dass die Verträglichkeit noch nicht 100% ist und ich nachdesensibilisieren muss (dazu werde ich am Wochenende mal den von Frau Dr. aufgetragenen Test machen). Die andere Erklärung wäre, dass ich das Obst aufgrund meiner (vermutlich) geschwächten Nebennieren gerade vormittags nicht gut vertrage. Das steht z.B. im Buch von Dr. Wilson („Grundlos erschöpft“ heißt es auf Deutsch). Wilson ist der adrenal fatigue (Nebennierenschwäche)-Papst aus den USA. Ein Grund für die schlechtere Verträglichkeit von Obst am Morgen kann der Kaliumgehalt sein (bei einer adrenal fatigue kann, soweit ich weiß, der Natrium-Kalium Haushalt durcheinander sein), der dann zu Erschöpfung und Müdigkeit führt. Obst also demnächst erstmal nur noch nachmittags.

Wegen meiner Cortisolwerte habe ich übrigens dem Team von Dr. Wilson auf gut Glück mal eine E-Mail geschrieben. Ich glaube zwar nicht, dass sie die Werte für mich deuten, aber Versuch macht (vielleicht) klug.

Alles auf Zucker – Tag #2

Auch den zweiten Tag habe ich ganz gut rumbekommen, natürlich mal wieder nicht ganz ohne Zwischenfälle. Auch daran merke ich, wie sehr mir meine NMU wirklich zusetzen – ich war nämlich mal eine sehr strukturierte und ganz und gar nicht schusselige Person.

Heute ging es um 4 mit dem ersten Impuls los, sodass ich um 10 Uhr schon essen konnte. Das hat gut funktioniert. Das Hungergefühl kam um ca. zehn vor zehn, das war also auszuhalten. Allerdings hatte ich auf dem Weg zur Arbeit leider festgestellt, dass ich mein Brot zu Hause im Tiefkühler vergessen hatte. „Todesmutig“ hab ich mir also drei Kamutbrötchen mit Backferment beim Biobäcker geholt. Sie lagen mir nach meinem Frühstück ein bißchen schwer im Magen (was durchaus an dem 1/3 Paket Butter gelegen haben mag, das mit ihnen in meinen Magen gewandert ist ;)), haben sich aber sonst ganz gut bei mir benommen.

Der wirkliche Lapsus kam dann in Form einer Portion Heidelbeeren daher. Ich war der festen Überzeugung, dass die während der Zuckerdesensibilisierung OK seien, hatte aber blöderweise vor meinem inneren Auge das Blatt von der Weizendesensibilisierung. Tja. Ein fotografisches Gedächtnis nützt halt nix, wenn man die Fotos durcheinanderbringt. Jedenfalls haben die Heidelbeeren für gut Luft im Oberbauch gesorgt und ich hab zähneknirschend eine Mail ans Institut geschrieben um nachzuhören, welchen Einfluss das möglicherweise auf die Desensibilisierung hat – denn eigentlich hätte ich während der Zuckerdesensibilisierung kein Obst essen sollen.

Insgesamt merke ich zwar, dass mein Körper den Zucker nicht so toll findet, aber die Beschwerden halten sich wirklich in Grenzen. Auch unterzuckert bin ich den ganzen Tag nicht und das Energielevel war an und für sich OK (da habe ich meine Ansprüche und Erwartungen ja mächtig zurückgeschraubt). Leider kann ich das Gleiche nicht von meiner Konzentration behaupten, die war heute wirklich schlecht. Ich habe mich auf der Arbeit ständig ablenken lassen – könnte mit dem Zucker zu tun haben, muss aber natürlich nicht.

Was mir auch aufgefallen ist: ich habe heute nichts nachgesalzen und hatte gar nicht so einen großen Appetit auf Salz und Salziges. Auch das kann Zufall sein, aber es ist schon ein denkwürdiger Tag, wenn ich mein Salztöpchen, das auf dem Schreibtisch neben mir steht, den ganzen Tag nicht einmal anrühre. Mal sehen, ob das eine Ausnahme war (vielleicht hab ich mein Essen auch einfach endlich mal richtig gesalzen beim Vorkochen :D).

Gestern morgen habe ich übrigens dann mit meinem Homöopathen gesprochen – er hat super reagiert und fand das Thema Desensibilisierung sehr spannend und nicht weiter problematisch. Ich muss nur schauen, dass ich zwischen Desensibilisierung und Mittel testen genug Luft lasse, damit ich abschätzen kann, woher welche Effekte kommen. Da die Frage im Libase-Forum heute auftauchte, hab ich auch noch mal ein wenig im Internet dazu gelesen, wie schnell oder langsam Homöopathie wirkt. Mein Homöopath hatte mir gesagt, dass ich innerhalb weniger Tage eine Reaktion merken sollte (ob das nun eine Verbesserung oder eine gefühlt Verschlimmerung des Symptome ist, ist zunächst einmal egal). <off topic>Das ist bei mir leider immer noch schwer genug, weil mein Befinden so tagesformabhängig ist und ich selbst, wenn ich völlig „safe“ esse, sehr oft Ausreißer habe, die ich nicht zuordnen kann (heißt natürlich, dass in meiner Diät noch etwas Unverträgliches versteckt ist – nach der Impuls-Testung könnte es die Fruktose sein).</offtopic>.

Jedenfalls sollte es unter der Annahme, dass die Globuli – sofern wir denn „mein“ Mittel finden – schnell eine Reaktion hervorrufen, möglich sein, Effekte der Desensibilisierung und der Homöopathie auseinanderzuhalten. Falls es doch zu schwierig wird, setze ich mit der Suche nach dem richtigen Mittel erst nach der Weizendesensibilisierung wieder ein. Im Internet stand zur Wirkgeschwindigkeit, dass diese auch damit zu tun hat, ob es sich um chronische oder akute Beschwerden handelt. Das finde ich bei meinem Zustand schwer zu beurteilen, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass der Homöopath das schon richtig einschätzt :).

Ansonsten schwirrt noch eine Überlegung zur Impuls-Therapie in meinem Hirn rum: ich frage mich, inwieweit allein schon die Tatsache, dass man während der Desensibilisierung bis zu 16 Std. praktisch nüchtern bleibt, positive Effekte auf das Befinden hat. Denn in dieser Zeit hat der Darm ja eigentlich fast nichts zu tun und kann mal so richtig ausspannen :D. Es wird ja oft von einer positiven Wirkung des Intermittent Fasting berichtet und z.B. basiert auch das „Clean“-Programm wesentlich darauf, den Darm durch eine längere Nüchternphase zu entlasten. Ziel ist hier Reinigung/Entgiftung des Körpers. Auch dort bleibt man 10 oder 12 Stunden nüchtern und nimmt morgens und abends nur Säfte oder zumindest pürierte Nahrung zu sich, weil der Darm damit weniger Arbeit hat (s. http://my.cleanprogram.com/). Andererseits ist Hunger auf jeden Fall ein Trigger bei HI, d.h. man bewegt sich da auf einem dünnen Grat zwischen Entlasten und Belasten.

Jetzt auch noch Homöopathie

Zurück zu Hause lag nun (zu allem Überfluss ;)) noch ein Brieflein meines Homöopathen im Briefkasten. Ich hatte mich vor einigen Wochen an ihn gewendet, weil ich denke, dass mich homöopathische Präparate in meinem Allgemeinbefinden (also meiner Konstitution) unterstützen könnten und damit helfen könnten, Symptome zu lindern. Da spielte teils auch der Wunsch eine Rolle, ohne Antihistaminika auskommen zu wollen (was ich aber unterdessen schon ohne die Homöopathie geschafft habe).
Jedenfalls hatte mir die Lieferantin unserer Bio-Gemüsekiste Ihren Leib-und-Magen- (oder Haus-und-Hof?)-Homöopathen empfohlen. Es handelt sich um einen klassischen Homöopathen, d.h. er hat mir in einer ersten Sitzung ziemlich lange ziemlich viele Löcher in den Bauch gefragt und versucht rauszufinden, wo bei mir gesundheitlich und vom allgemeinen Befinden her die Knackpunkte sind. Mit diesen Anhaltspunkten ist er dann auf die Suche nach dem passenden Mittel gegangen.

Leider gestaltet sich diese Suche schwierig. Das liegt vor allem daran, dass meine Symptome so diffus sind und ja wirklich meinen kompletten Körper (ganz zu schweigen vom „Geist“) betreffen. Es ist schwer, da den richtigen Hebel zu finden (das merke ich ja selber bei meiner Suche nach der Nadel im Heuhaufen). Insofern haben wir jetzt schon die einen oder anderen Globuli und noch ein zweites ausführliches Gespräch durch. Von meinem Besuch in Hamburg hatte ich mich irgendwie nicht getraut, ihm zu erzählen. Blöd eigentlich, ich weiß.

Jedenfalls lag nun heute nach unserem letzten Telefonat am Anfang der Woche das nächste Tütchen Globuli im Briefkasten. Das hat mich bewogen, ihm erst einmal eine „Beichte“ per Email zu schicken (da fiel es mir auch irgendwie leichter, die ganze Sache mit dem iffi zu erklären). Außerdem habe ich nun entschieden, erst am Montag mit der Desensibilisierung von Zucker zu beginnen und vorher, so lange ich sozusagen noch meinen derzeitigen Normalzustand habe, die neuen Globuli zu testen. Das werde ich wahrscheinlich spätestens Montag bereuen und ich habe auch Sorge, dass ich auf der Arbeit nur Matsch im Hirn haben werde, aber das Risiko gehe ich jetzt ein. Ich bin eigentlich während der Tests mit dem Nüchternbleiben relativ gut klar gekommen. D.h. ich bin weder stark unterzuckert, noch habe ich allzuschlimme Kopfschmerzen bekommen. (Das mit den Kopfschmerzen wird nächste Woche vermutlich anders: Frau Dr. W hat mir Sodbrennen und Kopfschmerzen prophezeit, aber ich riskier es jetzt, wie gesagt).

Die Entscheidung, das L-Thyroxin erst nach den Desensibilisierungen einzuschleichen ist bei mir nun auch gefallen. Es läuft mir ja nicht weg und ich kann jederzeit damit anfangen. Ich glaube, im Sinne der „Komplexitätsreduktion“ ist das die richtige Entscheidung.

<Off-topic>
Wieder zu Hause hatte ich jede Menge nette Pakete hier liegen – fast wie Weihnachten (nur, dass ich die Geschenke selber gekauft hab ;)):

  • ein Schwimmbrett, um den Beinschlag fürs Kraulschwimmen trainieren zu können
  • 500g Vitamin C aus der Acerolakirsche, dem aber blöderweise Maltodextrin zugesetzt war (war im Katalog der Online Apotheke nicht angegeben). Das geht also wieder zurück.
  • das Buch „HPU und dann…?“ von Dr. Kamsteeg
  • ein Testset für ein Cortisoltagesprofil (noch ein Grund, mit der Desensibilisierung erst am Montag zu starten). Bald wissen „wir“ also, auf welchem Loch meine Nebenniere noch so pfeift ;).

</Off-topic>