Ein Update (Teil 1)

Ja, es gibt mich noch! Ich dachte mir, es ist mal Zeit für ein Lebenszeichen. Viel ist passiert und ich versuche mal die wichtigsten Sachen zusammenzufassen.

Zuerst, da ja irgendwie schon zentrales Thema dieses Blogs: Was macht das essen?

Der Trend, der sich ja schon eine Weile abzeichnete hat sich fortgesetzt. Ich esse sicherlich immer noch nicht „normal“ (was auch immer das ist) und habe ein paar Einschränkungen, aber ich kann eigentlich fast alles wieder essen. Nicht in beliebiger Menge, aber immerhin ;). Meine Histaminintoleranz hat sich soweit gebessert, dass ich sagen würde, ich habe keine HI mehr, obwohl ich definitiv noch sensitiv auf Histamin reagiere. Meine Toleranzschwelle ist so hoch, dass ich nur ganz wenige Dinge aussparen muss.

Ich esse mittlerweile jeden Tag Hülsenfrüchte. Beim Obst und Gemüse habe ich nur ganz wenige Einschränkungen. Bei Spinat und Avocado muss ich z.B. aufpassen, Ananas und ich sind auch nicht so richtig gute Freunde. Ich kann auch mal gebeizten oder geräucherten Lachs essen (mache ich etwa 1x Woche). Das merke ich dann zwar (nach dem Duschen z.B. die altbekannten roten Flecken auf der Haut), aber wenn ich es nicht übertreibe, dann geht das alles.

Was nicht geht ist Fertigfraß. Den brauche ich natürlich nicht, aber ich bekomme Probleme, wenn in Restaurants mit convenience food gearbeitet wird. Auswärts essen ist also nach wie vor eine Herausforderung. Auch, weil ich nach wie vor kein Fleisch und kein Gluten esse sowie keine Milchprodukte und Eier. Ich bin mir nicht sicher, ob ich letztere nicht eigentlich vertragen würde, aber ich komme ohne so gut klar – da sollen die Kühe und Hühner nicht für mich leiden.
Vorsichtig bin ich auch bei Sojaprodukten. Mal eine Soja Latte oder etwas Räuchertofu und Miso gehen, Sojasauce eher nicht. Aber auch damit komme ich im Alltag gut klar.

Wenn ich so zurückschaue denke ich, dass die folgenden Maßnahmen mich weitergebracht haben (ist aber natürlich letztlich Spekulation):

  • Quercetin (hierzu gibt es bei Yasmina von http://thelowhistaminechef.com viele Infos – überhaupt bin ich von Ihrer Herangehensweise an das Thema Histaminintoleranz und Mastzellenstabilisierung sehr überzeugt). Ich nehme nach wie vor 1000mg täglich.
  • Glutamin habe ich über ca. 3 Monate richtig hoch dosiert genommen – in der ganz heißen Phase ca. 20-25g. Ja, am Tag. Ich hab es nur verkapselt vertragen und musste langsam steigern.
  • Probiotik: Parallel zum Glutamin habe ich Probiotik genommen – und zwar ein Präparat mit Stämmen, die histaminsenkend sind und ein „normales“, bei dem auch einige histaminproduzierende Stämme dabei sind. Auch zu diesem Thema kann man bei Yasmina Informationen finden.

Das Glutamin habe ich dann irgendwann langsam ausgeschlichen über ein paar Wochen.

Mittlerweile nehme ich noch die folgenden NEM:
Quercetin (1000mg)
Vitamin C (1000mg)
Magnesium (500mg)
B12 komplex
Zink 30 mg (bei der Dosierung hatte ich Anfang des Jahres trotzdem noch einen ordentlichen Zinkmangel, sodass ich eine Weile noch mehr genommen habe – lasse ich bald aber noch mal überprüfen. Ohne einen nachgewiesenen Mangel bitte nicht so viel nehmen!).

Meine Symptome:
Symptomfrei bin ich nicht (aber wer ist das schon) – aber es hält sich alles in Grenzen. Manchmal etwas Juckreiz, die roten Flecken nach dem Duschen, Nase leicht zu, wenn das Histamin zu hoch ist. Selten mal meine typischen Ohrenschmerzen links oder Luft im Oberbauch (passiert eigentlich nur, wenn ich auswärts mal daneben greife mit dem Essen). Alles nicht mehr täglich!
Das einzige, was nicht so ganz in Ordnung kommt ist meine Haut: ich habe oft Unreinheiten oder entzündete Stellen im Gesicht. Aber auch das hält sich in Grenzen. Ich nutze kaum Kosmetik und wenn, nur komplett ohne Duftstoffe. Hauptsächlich kommt Wasser und mal etwas duftfreie Öko-Seife an meine Haut ;).

Die Erschöpfung:. Dazu mehr in Teil 2 (der wird spannender, versprochen ;)).

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Loslassen und locker machen o_O

Aus Barcelona hab ich mir nebst der „Verduftung“ eine Bronchitis mitgebracht, die mich leider richtig umgehauen hat. Vier Tage habe ich das Bett gehütet, dann bin ich – natürlich zu früh – wieder arbeiten gegangen. Nach zwei Tagen lag ich entsprechend das Wochenende wieder flach. Den Husten bin ich immer noch nicht ganz los und zu allem Überfluss plagen mich seit über einer Woche elende Halsschmerzen. Als Auslöser dafür habe ich aber mittlerweile meine HI im Verdacht, die mir leider gerade ein ziemliches Schnippchen schlägt.

In Sachen Essen klappte es eigentlich ja super und ich konnte so einiges an Histaminliberatoren und histaminhaltigen Lebensmitteln wieder essen. Dann sind leider ein paar Sachen zusammen gekommen und ich kann noch nicht sagen, was jetzt wie wo mit reinspielt. Die Chronologie ist ungefähr so:

Anfang Februar: Bronchitis, die mich leider noch mal zwei Kilo Gewicht gekostet hat. BMI nur noch bei 17. Eine weitere „Nachwehe“ der Reise nach Barcelona war ziemlich heftiger Juckreiz am Rücken und an den Schienbeinen. Wahrscheinlich ist Sojasauce ein Übeltäter.

Am 06. Februar war ich noch einmal bei der Therapeutin für Psychoneuroimmunologie, bei der ich vor ca. einem Jahr schon mal war. Sie hat selbst unter schweren Nahrungsmittelintoleranzen gelitten und weiß daher, wovon ich rede und wie es mir geht. Sie hat sie komplett überwunden und ihre Geschichte gibt mir immer Hoffnung, dass ich mein Leben irgendwie doch noch mal in den Griff bekomme. Sie hat mich noch mal in etwas bekräftigt, dass ich eigentlich schon selbst „erkannt“ habe: dass ich aufhören sollte, nur nach einem isolierten körperlichen „Hebel“  oder Auslöser für meine Erschöpfung zu suchen und dass ich vor allem aufhören sollte, immer noch einen Test, noch eine Untersuchung zu machen und noch einen „Spezialisten“ aufzusuchen.
Ich verstehe selbst, dass mich das letztlich nicht weiter bringt und ich eine Ursache für meine derzeitige Situation wahrscheinlich nicht finden werde. Stattdessen setze ich mich einfach immer mehr unter Druck. Ich merke selbst, dass ich durch diese ständig enttäuschte Hoffnung, dass doch noch „irgendwas“ gefunden wird, in ein immer tieferes Loch falle. Die ständige extreme Kontrolle, die ich über mich, meine Nahrungsaufnahme und – wo möglich – weitere Umweltfaktoren auszuüben versuche, tut ihr Übriges.

Die Devise heißt also Loslassen! Dafür habe ich mich entschieden, mein Ernährungstagebuch (und damit die ständige Konzentration auf meine Symptome, meinen körperlichen Zustand) an den Nagel zu hängen. Es hat mir zuletzt ohnehin keinerlei verwertbare Hinweise mehr gegeben. Gleichzeitig habe ich etwa zur gleichen Zeit angefangen, die Rotationsdiät zu lockern und schließlich ganz aufzugeben. Das ging so um den 10. Februar schrittweise los, es sind jetzt also etwa 15-17 Tage. (Der BMI ist damit mittlerweile zumindest wieder bei 18).

Am Wochenende 15./16. Februar habe ich angefangen, Griffonia zu nehmen, d.h. 5-HTP. Die PNI-Therapeutin hatte mir das zur Steigerung des Serotoninspiegels empfohlen, mit der Hoffnung verbunden, dass dadurch auch mein Schlaf besser wird. Ich hab leider wider besseren Wissens über meinen Körper mit der vollen Dosis angefangen, die sie mir aufgeschrieben hatte. Böser Fehler. Ich war plötzlich nachts völlig überdreht und konnte nur wenig schlafen (allerdings waren diese wenigen Stunden ironischerweise erholsamer, als mein normaler schlechter Schlaf ohne das 5-HTP). Dazu hatte ich Herzklopfen und nach dem Duschen sah ich völlig gefleckt aus, was bei mir immer ein Hinweis auf einen zu hohen Histaminspiegel ist. Irgendwann in der Zeit bis dahin ist auch mein Juckreiz deutlich schlimmer geworden, ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch eine Folge der gelockerten Rotationsdiät ist (ich hoffe es nicht, ich hab nämlich keine Energie mehr dazu).

Ab dem 20. Februar kamen stärker werdende Halsschmerzen hinzu, allerdings mit schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten hinter den Ohren – das kenne ich eigentlich nur bei „richtigen“ Infekten und nicht als histaminvermittelte Reaktion.

Am 21. Februar habe ich das Griffonia abgesetzt, allerdings gehen die Halsschmerzen nicht weg und begleiten mich nun seit einer Woche zusammen mit den anderen Symptomen. Ich bin relativ sicher, dass das 5-HTP der Auslöser war, auch wenn die PNI-Therapeutin sagt, das könne nicht sein.

Ich habe nun heute meine Diät wieder auf streng(er) histaminarm umgestellt, dazu nehme ich viel Vitamin C und Quercetin, in der Hoffnung, dass es meinen Körper beim Histaminabbau unterstützt. Ich hoffe, ich bekomme die Probleme so in den Griff – ich habe echt Angst, dass ich wieder da stehe, wo ich vor etwas über einem Jahr angefangen habe, als ich realisiert habe, dass ich eine HI habe. Die Symptome sind ungefähr genauso heftig, wie zu dieser Zeit. Schöne Sch…

Dann noch ein paar Befunde am Rande (Blutabnahme Anfang Februar): ich habe Zinkmangel (und das, obwohl ich schon 30mg/Tag nehme), Kaliummangel (das hatte ich mir ja schon gedacht) und mein B12 ist immer noch nicht wieder da, wo es sein soll. Dafür ist mein Selenspiegel zu hoch. Also nehme ich mehr Zink sowie Kalium und B12 werde ich wohl wieder subkutan spritzen. Und auch, wenn ich ja eigentlich weniger Untersuchungen machen will hab ich mich entschieden meinen Serotoninspiegel zu testen um zu schauen, was da los ist.

To be continued…

Fragrancia infernal

Mir stinkt es – ganz wortwörtlich. Ich bin auf Dienstreise in Barcelona und habe essenstechnisch ganz gut vorgesorgt – ich habe viel zu Essen mitgebracht und muss nicht oft auswärts essen in den zweieinhalb Tagen hier. Nicht vorbereitet war ich aber auf die unglaublichen Duftattacken, denen man hier ausgesetzt ist. Ich dachte immer, in Deutschland sei es schlimm, wie die Leute mit „Düften“ die Luft verpesten (jedenfalls für meine Nase). Es geht also noch schlimmer. Schon der Flug mit einer spanischen Airline war ein Albtraum – einen solchen Gestank habe ich noch nicht erlebt. Von allen Seiten wurde ich von After Shaves und Parfums erschlagen. Ich hab mir noch nie so dringend eine Atemmaske gewünscht.

In Barcelona wurde es dann leider nicht besser – es ist hier anscheinend absoluter Trend, Geschäfte, Restaurants und Hotels mit Raumdüften zu „parfümieren“, die an Scheußlichkeit nicht zu überbieten sind. Das ist der reinste Spießrutenlauf. Die Lobby und die Gänge des Hotels riechen so schlimm, dass ich das nur mit Luft anhalten und Schal vor Mund und Nase ertrage (ohne Atmen bis zum Zimmer im 12. Stock geht’s leider nicht). Zum Glück haben sie wenigstens im Zimmer auf stark riechende „Düfte“ verzichtet. Wenn ich das Fenster auf lasse, geht es also. Meine Nasenschleimhäute fühlen sich an, als hätte sie jemand mit Schmirgelpapier bearbeitet.

Nun ist es ja so, dass ich meine „Auslöser“ aus der Chemikalienecke nicht wirklich kenne. D.h. mir ist letztlich, weil meine Beschwerden insgesamt sehr diffus sind, nicht klar, wie ich auf Düfte reagiere. Bei bestimmten Sachen geht mir direkt die Nase zu und ich muss Niesen. In anderen Fällen wird meine Nase irgendwie wund. Wie das ganze mit meiner Erschöpfung korreliert (oder eben nicht) kann ich nicht immer sagen. Ich bin heute, an Tag 2, absolut fertig körperlich. Die Konzentration den Tag über war auch bescheiden. Das ist aber nun an einem Tag voller Meetings (gute 7 Stunden), Essen aus dem Rucksack, an dem ich auch noch viel gelaufen bin (muss ja den Duft aus meiner Nase kriegen) wahrscheinlich nicht außergewöhnlich (also, in meinem „Zustand“ jedenfalls). Geschlafen habe ich auch nicht viel, wegen „erster Tag auswärts schlafen“ und weil mein Zimmer genau neben den Aufzügen ist. Ich habe gestern aber richtiggehend Panik geschoben wegen der ständigen Duftattacken und ich denke, da tut die Psyche noch ihr übriges dazu, dass ich mich schlecht fühle. Ich will damit nicht sagen, dass ich mir „alles nur einbilde“, aber der Stress, den ich mir zusätzlich noch mache verbraucht ganz viel Energie, die ich dringend bräuchte. Leider habe ich es gestern trotz dieses Wissens nicht geschafft, runterzukommen. Und das, obwohl ich doch diesen Meditationskurs gemacht habe. Wenn das die Krankenkasse hört, dann will sie ihren Zuschuss wieder zurück ;-).

Mit dem Essen ist es blöd, aber nicht aussichtslos ;). Ich habe glaube ich mehr Lebensmittel, als Klamotten dabei:

  • glutenfreie Plätzchen und Zwieback
  • Bananen und Avocados (klar, bekommt man hier auch, aber die lagen noch bei uns und sind bio)
  • getrocknete Bananen
  • selbst gemachte „Schokolade“ (Kakaobutter, Mandelmus, Datteln, Reisprotein, Agavendicksaft)
  • selbst gemachte glutenfreie Karotten „Blondies“ (leicht abgewandeltes Rezept von http://www.kochtrotz.de)
  • Datteln
  • Maroni
  • Mandeln.

Gestern Abend habe ich Sushi gegessen und heute morgen am Frühstücksbuffet ein paar Walnüsse, etwas Melone und meine Blondies. Beim Sushi schien es mir am leichtesten, Eier, Milchprodukte, Zwiebeln etc. zu vermeiden. Hat auch gut geklappt :). Ich vermute nur, dass ich doch mit Soja nicht so super klar komme (hab etwas Sojasauce dabei gehabt). Ich hatte zu Hause schon immer mal wieder meinen Juckreiz wieder (nach Soja komischerweise am Rücken, nicht an den Schienbeinen… das versteh einer). Ich werde es noch mal testen, zu Hause, aber ich denke, Soja nehme ich aus der Rotationsdiät wieder raus (die ich hier natürlich gerade null realisieren kann) oder vergrößere den Abstand auf 8 Tage.

Ansonsten ist es so, dass ich mein Ernährungstagebuch erstmal auf Eis gelegt habe. Es liefert mir wirklich keine Hinweise mehr und meine Reaktionen sind, wenn ich versuche, sie über den Konsum bestimmter Lebensmittel zu erklären, völlig inkonsistent (mit der Ausnahme von Soja…). Beim Histamin denke ich auch, dass es nicht (mehr) der bestimmende Faktor ist. Wie ich in einem der letzten Posts schrieb merke ich, wenn ich zu viel erwische (Ohrenschmerzen), aber die Toleranzgrenze ist recht hoch.

Morgen geht’s wieder nach Hause, hurra! Aber vielleicht werden Barcelona und ich trotz allem noch mal Freunde irgendwann? Man weiß es nicht ;-).

Quo vadis, Körper?

Den obligatorischen Einleitungssatz darüber, wieviel Zeit schon wieder vergangen ist, spare ich mir heute (und in Zukunft, versuche ich zumindest).

Es ist mal wieder Zeit für eine kleine Bilanz und neue Erkenntnisse.

Was ist besser?

Ich habe einen akzeptablen „Schlafmodus“ gefunden. Ich schlafe immer noch nicht erholsam, aber ich schlafe zumindest mal wieder gute 6-7 Stunden. Es gibt Ausreißer, Nächte, in denen ich gar nicht zur Ruhe komme, aber sie sind nicht mehr die Regel. Das ist das Resultat einer (gegen die Empfehlung des Endokrinologen) gesteigerten Dosis L-Thyroxin, die ich jetzt Abends einnehme. Dazu kommt zeitlich versetzt noch Selen sowie Glycin. Den B-Komplex mit dem P5P, das mir beim Schlaf ja gerne mal ein Schnippchen schlägt, habe ich jetzt bei 1/3 Kapsel gesteigert (ich war auch schon mal höher, bekam dann aber wieder die typischen Durchschlafprobleme). Mit der Dosis (ca. 3mg P5P) schlafe ich durch und habe eine mäßige Traumerinnerung. Bei dieser Dosierung bleibe ich jetzt erst einmal.

Nicht ganz so neu, aber noch mal bestätigt ist, dass sich das Thema Essen „einschleift“.  Ich habe das mit dem Rotieren ganz gut raus und weiß beim Histamin relativ zuverlässig, was ich mir zumuten kann. Ich habe auch zunehmend den Eindruck, dass Essen bei meinem Befinden (sprich: der Erschöpfung) nicht mehr die entscheidende Rolle spielt – solange ich nicht mächtig über die Stränge schlage. Sowohl Histaminhaltiges, als auch Histaminliberatoren gehen in Maßen – im Moment stehen z.B. regelmäßig Bananen, Soja, Kichererbsen, Walnüsse, Macadamianüsse, ab und zu sogar mal Erdnussmus. Wenn es mal zuviel war, merke ich es meistens am nächsten Tag beim Duschen (rote Flecken auf der Haut) und an meinen Ohrenschmerzen… das ist mein Frühwarnsystem.

Leider kommt jetzt Teil zwei:

Was ist schlechter?

Blöderweise muss ich dazu auch was schreiben. Ich hatte nach meinem Infekt eine ziemlich gute Phase. Es gab richtig gute Tage, an denen ich mehr Energie hatte, als sonst. Zur Orientierung: auf meiner Skala von 1-10, mit der ich mein Energielevel „messe“, habe ich von Mai bis Dezember maximal eine 0,5-1,5 erreicht. Im Dezember hatte ich durchaus Tage, wo es mal in Richtung 3-4 ging. Der erste richtige Dämpfer kam dann Silvester. Am Essen kann ich es nicht festmachen, ich denke, es war eine Kombi aus Umwelteinflüssen bestehend aus zu wenig Schlaf sowie sehr starkem Passivrauchen (wir waren in einer Raucherwohnung eingeladen). Wir waren um ca. 2 Uhr zu Hause. Am nächsten Tag ging es mir hundeelend, ich war kreideweiß im Gesicht und hatte keine Energie. Es hat vier bis fünf Tage gedauert, bis ich wieder etwas besser dabei war.

Dann kam der erste Arbeitstag, der war OK. Am zweiten habe ich plötzlich einen solchen Energieschub bekommen, ich wußte praktisch nicht, wohin damit. Am nächsten Tag ging dann plötzlich gar nichts mehr und seitdem komme ich nicht wieder „hoch“. Ich bin kaum arbeitsfähig, kann mich nicht konzentrieren, bin völlig erschöpft. Ich weiß absolut nicht, was das provoziert hat. Eine mögliche Erklärung ist die, die ich eigentlich ausgeschlossen hatte: es gibt irgendetwas in meinem Bürogebäude, auf das ich negativ reagiere. Das heißt nicht unbedingt, dass es dort „Wohngifte“ gibt (wobei auch das nicht ausgeschlossen ist) – es wäre aber denkbar, dass es dort chemische Stoffe gibt, auf die ich (im Gegensatz zu vielen anderen) sensibel reagiere.

Nun überlege ich hin und her, was ich tun soll. Raumluftanalyse ist ein Riesenangang und ob es was bringt, ist unklar. Selbst bezahlen kommt nicht in Frage; ob der Arbeitgeber sich beteiligt? Sicher schwierig. Dann hat mein Mann mir einen Geistesblitz beschert, indem er mich auf den Teppich im Büro und meine Hausstaubmilbenallergie hingewiesen hat. Da fiel mir erstmal die Kinnlade runter. Ich habe an das Thema im Zusammenhang mit meinem Büro nicht gedacht, weil ich früher eigentlich immer über die Atemwege reagiert habe. Da diese Symptome ausbleiben im Moment, hatte ich das abgehakt. Was aber, wenn mein Immunsystem sich über die Erschöpfung bemerkbar macht? So werde ich das Thema Arbeitsplatz jetzt angehen. Zunächst werde ich versuchen, zwei Wochen zu Hause zu Arbeiten. Das sollte möglich sein. Wenn sich da etwas tut, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwas mit meinem Büro zu tun hat. Dann werde ich mit meinem Arbeitgeber reden und hoffentlich gemeinsam überlegen, wie es weitergehen kann. Da ist das Thema Allergien und Hausstaubmilben wahrscheinlich noch das, was sie am ehesten (be)greifen können.

So, nun habe ich mir das mal von der Seele geschrieben. Dieser „Absturz“ beschäftig mich ganz schön und macht mich sehr traurig. Ich hatte im Dezember für einen Moment den Eindruck, dass es da einen Weg gibt und dass das ein Weg ist, der bergauf geht. Das hat mich Hoffnung schöpfen lassen, die nun gerade wieder vollkommen dahin ist. Es sind schon wieder reichlich Tränen der Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit geflossen. Aber auch da führt wieder ein Weg raus.

Summer rolls for Christmas

Das Thema Weihnachtsessen treibt ja schon „Normalessende“ ziemlich um – wenn man dann noch für Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Rotationsdiät planen soll, kann das eine ganz schöne Herausforderung sein. Zum Glück ist das Thema Essen bei uns Weihnachten insofern etwas entspannter, als es Suppenfondue gibt. Da brauchte ich nun eh schon immer eine „Extrawurst“ (respektive einen Extratopf), weil ich kein Fleisch esse. Allerdings habe ich mir dieses Jahr nach langem hin und her mit mir selbst überlegt, den Topf direkt auch noch über Bord zu werfen und was ganz anderes zu machen. Fondue lebt ja irgendwie von den Saucen und da ist meine Auswahl gerade wirklich sehr, sehr eingeschränkt. Die Grießklößchen, die ich sonst immer als vegetarische Einlage beigesteuert habe kann ich auch nicht mehr essen (da sind Quark und Eier drin). Und um mir jetzt ein paar Möhrenscheibchen zu garen brauch ich dann doch kein Fondue.

Also hab ich mir was rausgesucht, das ich sehr gerne esse (eins der wenigen Gerichte, die mir gerade überhaupt schmecken): Summer rolls – also in Reisteigplatten eingerolltes Gemüse. Da kommen dann Möhren, Koriander, Gurken, Mango und vielleicht etwas Avocado rein, ich kann mir die Dinger am Tisch rollen und bin auch beschäftigt. Dazu mache ich eine Erdnusssauce (mit Kokoscreme) und vielleicht etwas aus Kichererbsen und Sesam.  Das ist dann HI-technisch nicht ganz „sauber“, aber ich denke, es wird gehen.

Ansonsten treibt mich beim Essen das Thema Schokolade sehr um. Da ich als Resultat des IgG-Tests auf Milchprodukte verzichte, dunkle (milchfreie) Schokolade bei HI aber kritisch ist (das habe ich leider jetzt auch beim „Testen“ noch mal bestätigt bekommen ;)) und die vegane weiße Schokolade, die ich bis jetzt gesehen habe, vor Zusatz- und Inhaltsstoffen (u.a. Sonnenblumenöl, was ja auch auf meiner roten Liste steht) nur so strotzt, muss ich da wohl selbst ran. Ich habe ein Rezept von Attila Hildmann entdeckt, das für mich funktionieren müsste (hauptsächlich Kakaobutter und Mandelmus). Vielleicht traue ich mich gleich noch mal in den  Biosupermarkt und kaufe last minute Kakaobutter.

Wie läuft es sonst so? Ich rotiere fleissig weiter, wobei ich bei den Pflanzenfamilien, auf die ich im IgG-Test nicht reagiert habe, nicht mehr ganz so streng bin. Insbesondere bei den Ölen bin ich nicht mehr in dem 4-Tagesrhythmus, weil ich da nicht genug Auswahl habe, mit der man auch heiß braten kann. Ich rotiere gerade Olive, Raps und Palmfett – letzteres mag ich allerdings überhaupt nicht. Ich versuche jetzt noch mal wieder Kokosöl stattdessen. Traubenkernöl scheine ich nicht gut zu vertragen, Avocadoöl schmeckt mir wider erwarten nicht. Werde demnächst mal noch Erdnussöl testen.

Von den Symptomen her ist gerade der schlimme Juckreiz etwas besser geworden – ich kann jetzt nicht sagen, ob es an der Rotation bzw. vor allem dem Meiden von Milch und Eiern liegt oder daran, dass ich mein Deo und mein Haarprodukt gewechselt habe. Ist beides möglich.

Dann hatte ich letzte Woche einen ziemlich blöden Infekt – ich dachte erst, es sei vielleicht eine Histaminreaktion, aber es war tatsächlich eine Art „Erkältung“ (aber ohne starke Beteiligung der Atemwege). Das hat mich direkt so umgehauen, dass ich mich krank schreiben lassen musste. Hatte ich echt lange nicht mehr – ich frage mich, ob es ein Zeichen dafür sein kann, das mein Immunsystem sich irgendwie wieder „normalisiert“? Es war wahrscheinlich aber einfach Zufall ;).

An der Schlaffront komme ich nicht so richtig weiter. Allerdings beobachte ich mal wieder, dass ich auf das aktivierte B6 (P5P) schon in Minidosen mit extrem lebhaften Träumen und noch schlechterer Schlafqualität reagiere. Ich habe noch mal versucht, den B-Komplex einzuschleichen (zuletzt war es ja das isolierte P5P). Ich nehme nur etwa 1/5 Kapsel und habe schon wieder die wirren Träume. Ich muss im neuen Jahr unbedingt mal bei keac anrufen und fragen, wie ich das „deuten“ soll bzw. was sie mir empfehlen.

Nun stürze ich mich mal in die Vorbereitungen für heute Abend (bzw. erst einmal in den Supermarkt). Ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest!

Weiter geht’s!

Mein Auto: Es riecht immer noch. Echt unglaublich und mir völlig schleierhaft, was da passiert ist. Die Werkstatt behauptet, dass sie nur ein Kriechöl benutzt haben, um verschmutzte Teile zu säubern. Das würden sie immer machen. Es hat noch nie so gerochen – und es ist jetzt zwei Wochen her :(. Unterdessen kann ich den Wagen auf jeden Fall wieder fahren, aber es hat eine Woche gedauert.

Der Endokrinologe: Meine Schilddrüsenwerte sind deutlich besser und er sieht keinen Anlass dafür, die Dosis L-Thyroxin zu erhöhen. Ich bin jetzt erst mal wieder auf die 50er Dosis zurück gegangen (mein TSH-Wert war jetzt schon recht niedrig) und versuche dafür, die Schilddrüse mit Selen anzukurbeln. Alle anderen Hormone, die er gecheckt hat, sind nach seiner Aussage in Ordnung (auch Cortisol).

Dann kam noch: der Umweltmediziner. An dem Wochenende, an dem ich mein Auto nicht fahren konnte, bin ich ja in Richtung Kassel zu einem Umweltmediziner gefahren (mit dem Wagen meines Mannes). Ich hatte dort Montags einen Termin zur Beratung. Ich bin dort relativ unvorbereitet hingefahren, weil mir klar war, dass er mir wenig sagen können wird, bevor ich nicht einen der Tests gemacht habe, die er anbietet. Er hat sich auf ein bestimmtes Testinstrumentarium festgelegt und behandelt halt auf dieser Grundlage. Das war jetzt für mich erst mal das letzte Mal, dass ich Geld für Tests in die Hand genommen habe und da habe ich es dann noch Mal krachen lassen ;-). Ich habe mich entschieden, quasi das volle Programm zu machen – über Haaranalyse (Giftstoffe sowie Mineralienhaushalt), Aminosäuren, Zellstoffwechsel, Nährstoffdefizite, hastenichtgesehen. Einen IgG4-Test gab’s auch noch oben drauf – da bin ich zwar skeptisch, aber der war nun halt dabei. Die Ergebnisse sollten in den nächsten 2 Wochen so langsam eingehen.

Das Essen: Da eiere ich nach wie vor ein wenig rum. Ich mache ein etwas halbherziges Paleo. Halbherzig, da ich Milchprodukte nicht ganz eliminiert habe (ab und zu Sahne in den Kaffee) und zwischendurch auch mal Getreide gegessen habe (naja, vielleicht drei, vier Mal in den letzten 4 Wochen, davon einmal nicht glutenfrei). Immer noch nicht schlüssig bin ich mir bei der Verträglichkeit von Kochbananen. Da muss ich wohl noch mal etwas weiter testen. Was ich leider wieder komplett rauswerfen musste ist Kokos. Auch die Schokolade vertrage ich nicht wirklich gut und werde wohl oder übel da auch mal wieder die Finger von lassen müssen – die macht gerade viel Herzklopfen. Alles in allem schätze ich, dass mein Histaminspiegel gerade eher hoch ist. Und irgendwas Unverträgliches habe ich auch in meiner Ernährung drin – ich habe seit über einer Woche Ausschlag an der Oberschenkelrückseite, der blöderweise nicht weggeht. Bis jetzt weiß ich noch nicht, was der Übeltäter ist.

Nun spiele ich gerade mit dem Gedanken, es mit einer Rotationsdiät zu versuchen. Mir graut es unglaublich vor dem Aufwand – zumal das auch hieße, dass ich nicht am Abend eine doppelte Portion kochen kann, um dann am nächsten Tag mein Mittagessen daraus zu bestreiten. Ich müsste zwei verschiedene Sachen zubereiten. Es würde auch bedeuten, dass ich nicht mehr (fast) täglich, sondern nur noch alle 4 Tage Fisch essen könnte. Das gleiche gilt für Eier. Damit wäre meine Eiweißversorgung wieder deutlich schlechter. Ich werde mich am Wochenende mal hinsetzen und versuchen einen Plan mit für mich verträglichen Lebensmitteln für eine Woche zu erstellen.

Die Erschöpfung: Ich habe das Gefühl, dass das L-Thyroxin eine leichte Verbesserung bewirkt hat. Ich bin immer noch völlig erschöpft, aber mein Energielevel hat sich minimal verbessert – immerhin so viel, dass ich Treppen in der Regel ganz gut raufkomme.

Ach ja – und dann war da noch: der Allergologe. Bei dem war ich gestern und der Besuch war ziemlich aufreibend. Ich war 4 Stunden in der Praxis, habe ewig gewartet und musste eine völlig üble Blutabnahme über mich ergehen lassen. Es haben drei Personen in meinen Venen rumgestochert, bis endlich was kam. Das Schlimmste war, dass sich KEINER vorher die Hände desinfiziert hat. OK, man liest unterschiedliche Dinge – es wird auch die Meinung vertreten, dass es reicht, die entsprechende Hautstelle zu desinfizieren, aber ich fand es schon echt schlimm – zumal die auch noch schön auf den blutigen Einstichstellen rumgepatscht haben. Aber wie ich so bin konnte ich natürlich auch nicht direkt was sagen. Da ich aber noch mal hin muss und noch mal Blut abgenommen werden soll, sage ich nächstes Mal auf jeden Fall was. Das beschäftigt mich jetzt doch ganz schön im Nachhinein, aber in der Situation selbst hab ich halt die Klappe nicht aufgekriegt :-(.

Bislang habe ich folgende Ergebnisse: Lungenfunktion normal, aber es soll wegen meiner Katzenhaarallergie noch ein Asthmatest gemacht werden. Im Pricktest habe ich auf Frühblüher und Apfel reagiert. Da wird jetzt aber im Blut noch mal geschaut. Der Arzt war eigentlich nett, hat sich viel Zeit genommen und wirkte auch kompetent, aber wie die Praxis geführt wird … ich weiß ja nicht.

Rock bottom

Manchmal frage ich mich, wie weit es noch ist bis „rock bottom“. Irgendwann muss ich doch mal dort „aufschlagen“, sodass es wieder bergauf geht, oder?

Meine letzten Energiereserven habe ich anscheinend letzte Woche bei der dreitägigen Veranstaltung auf der Arbeit verballert. Die Woche war grauenvoll. Auf der Energieskala in meinem Ernährungstagebuch bin ich mittlerweile bei 0-0,5 angekommen. Die Skala sollte eigentlich von 1-10 gehen. Mehr als 1,5 habe ich noch nie geschafft. Es geht mir sehr schlecht. Auf der Arbeit schaffe ich alles nur unglaublich langsam. Aber zu Hause bleiben will ich auch nicht. Die Wochenenden sind eigentlich noch viel schlimmer für mich, weil ich dann gar keinen „Anreiz“ habe, mich aufzuraffen etwas zu tun. Wenn ich zur Arbeit gehe, ist da immer noch der gewisse Zwang, sodass ich mich dort hinschleppe. Und irgendwie fühle ich mich dort auch etwas abgelenkt. Blöderweise hat sich mein Schlaf auch wieder verschlechtert. Das könnte ein Zeichen sein, dass ich  mit dem L-Thyroxin höher gehen muss. Oder auch nicht. Ich merke von de LT weiterhin nichts (außer, dass mein Schlaf eine Weile etwas besser war).

Nach langem Ringen habe ich mich gestern noch mal entschlossen zu schauen, was mir der Verzicht auf Milchprodukte eventuell bringt. Von der Verdauung her habe ich keine Probleme damit, aber die Frage ist, wie meine Erschöpfung darauf reagiert. Da ich ohnehin ziemlich große Probleme damit hab, wie Milchwirtschaft (oder besser -industrie) funktioniert – egal ob Bio oder konventionell – ist es vielleicht doch gar nicht so schwer, wie ich gerade denke. Ich hab in letzter Zeit wirklich viele Milchprodukte gegessen – etwa einen Mozzarella am Tag, häufig zusätzlich noch Sahne und natürlich die Milch in meinem Kaffee. Das wird mir am meisten fehlen. Ich tue mir gerade beim Gedanken daran schon wieder ziemlich leid… Aber der Plan ist, das für eine Woche zu probieren und dann zu schauen. Zucker esse ich eh kaum – nur in Form von Obst – und Getreide hab ich ja auch schon komplett rausgeworfen. Damit wäre ich jetzt ziemlich bei einer Paleo-Ernährung angekommen (außer, dass ich halt kein Fleisch esse). Ich lese gerade viel bei Sarah Ballantine im Blog: http://www.thepaleomom.com. Sie hat eine Autoimmunerkrankung und hat über die Ernährung beachtliche Besserung erreicht. Allerdings ist Paleo als Pescetarier und mit den Einschränkungen, die ich durch die HI immer noch habe nicht einfach umzusetzen.

Heute habe ich mich mit einem (scheußlichen) Frühstück aus Mandelmehl und geraspelten Möhren sowie später roher roter Bete, Spiegelei und Guacamole über Wasser gehalten. Nicht ganz HI-freundlich (durch das Ei und die Avocado) aber noch innerhalb meiner Toleranzgrenze.

Aber der Tag ist noch lang und wir haben keinen Fisch im Haus (hier ist heute Feiertag und alles ist zu). Das wird ein Spaß…