Wie es weitergeht…

…erfahrt ihr, wenn ihr mögt, hier: https://tomirhizomique.wordpress.com.

Ist aber eine ganz andere Baustelle ;-).

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Ein Update (Teil 2)

Und weiter im Text. Mein allerquälendstes Symptom war ja meine Erschöpfung. Um die Spannung nicht künstlich hochzuhalten soviel vorab: sie hat sich deutlich gebessert, auch wenn ich noch weit davon entfernt bin vor Kraft und Energie zu strotzen. Spoiler 2: die Psyche spielt eine riesige Rolle, auch wenn ich das nicht für möglich gehalten habe. Die Erklärung, was passiert ist, ist nicht ganz so einfach und geradlinig, aber ich versuche es mal.

Ich fange mal an mit der Psychotherapie, die ich vor etwa einem Jahr begonnen habe. Es ging eigentlich darum, mit der Erschöpfung besser klar zu kommen. Aber wir (also mein Thera und ich) sind die ganze Zeit eigentlich immer nur auf extreme Blockaden gestoßen. Irgendetwas hat mich davon abgehalten mir zuzugestehen, dass ich eine Pause brauche. Ich bin immer weiter gegen die Wand gerannt (weil ich mit dem Kopf durchwollte) und ein Teil von mir hat mir dabei zugesehen, wie ich auf den Abgrund zugesteuert bin. Ich hab verstanden, dass ich mir mit meinem Verhalten (nicht kürzer treten, immer weiter machen) nachhaltig schade, aber ich konnte es nicht abstellen. Dabei habe ich die ganze Zeit mit einer unglaublichen Verzweiflung und einem unendlichen Hass auf ich selbst und meinen Körper gekämpft. Es gab viele Momente, wo ich dachte, ich verliere diesen Kampf.

Weil ich in der Psychotherapie nicht wirklich weiterkam habe ich mich im Frühjahr entschieden, wegen der Erschöpfung noch mal einen Versuch mit einer alternativen Heilmethode zu unternehmen. Ich hatte schon eine ganze Weile eine Empfehlung für eine Ärztin, die einer entfernten Bekannten sehr geholfen hatte. Ganz gemäß meinem Motto „nichts zu verlieren“ bin ich hingegangen, ohne zu wissen, was mich erwartet.

Meine „Krankenakte“ konnte ich direkt mal wieder einpacken, als ich bei der Ärztin war. Die ganzen Befunde spielten letztlich keine Rolle. Stattdessen fing sie an, mir viele Fragen über meine Kindheit und mein bisheriges Leben zu stellen – über Gefühle, Ängste, Verletzungen, etc. Blut wurde ebenfalls abgenommen für eine Cluster-Analyse (http://de.wikipedia.org/wiki/Clustermedizin). Ich habe bis heute nicht viel darüber gelesen, da meine Einstellung war: ich probiere es unvoreingenommen aus und lasse mich 100% drauf ein. Letztlich ging (und geht) es in der Therapie darum, unterstützt durch Übungen des „Somatic Experiencing“ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Somatic_Experiencing), die Verarbeitung bislang nicht verarbeiteter traumatischer Ereignisse anzustoßen. Ich kann nicht sagen wie und warum es funktioniert, aber ich bin sicher, dass es bei mir funktioniert hat – mit jedem Behandlungsschritt habe ich ein bisschen Energie wiederbekommen. Der Preis, den ich dafür bezahlt habe ist, dass mit jedem Therapieschritt bei mir sehr schmerzhafte Emotionen, Erinnerungen hochgekommen sind, die ich mein Leben lang verdrängt hatte. Ich habe ganz viel Klarheit gewonnen (und viel Stoff für meine Psychotherapie), aber leider verbunden mit einer großen Unsicherheit, wie es mit mir und meinem Leben weitergeht. Dieses „Kind“, das ich da „geboren“ habe (sorry für die krude Metapher, aber so hat es sich angefühlt) hört auf den Namen Transidentität.

Ihr könnt Euch vorstellen, dass das mein Leben gerade ganz schön durcheinanderwirbelt. Ich bin unglaublich dankbar, endlich Klarheit darüber zu haben, wer ich bin und was mein ganzes Leben lang nicht mit mir gestimmt hat. Und jetzt wo ich das weiß, sehe ich auch die ganzen Puzzleteile, die da schon ganz lange lagen und mir ins Gesicht gelacht haben – nur richtig zusammensetzen konnte ich sie bis heute offenbar nicht. Gegen dieses Wissen habe ich anscheinend ganz lange gekämpft. Und ich glaube auch, dass mein Körper schon etwas länger „wusste“, was los ist.

Ich lehne mich jetzt mal soweit aus dem Fenster zu sagen: ohne die NMU und die Erschöpfung, die mich gezwungen haben, mich mit mir selber zu beschäftigen, wüsste ich heute wahrscheinlich immer noch nicht, was mit mir los ist. Ich würde weiter jeden Tag gegen etwas kämpfen, ohne zu wissen wogegen. Ich würde jeden Tag in den Spiegel sehen und über das verzweifeln, was ich da sehe, ohne zu wissen warum. Dieses Wissen macht mein Leben (und das meines Mannes) komplizierter. Aber ich habe endlich wieder eine Perspektive.

So, und dabei belasse ich es jetzt erst einmal :).

Ein Update (Teil 1)

Ja, es gibt mich noch! Ich dachte mir, es ist mal Zeit für ein Lebenszeichen. Viel ist passiert und ich versuche mal die wichtigsten Sachen zusammenzufassen.

Zuerst, da ja irgendwie schon zentrales Thema dieses Blogs: Was macht das essen?

Der Trend, der sich ja schon eine Weile abzeichnete hat sich fortgesetzt. Ich esse sicherlich immer noch nicht „normal“ (was auch immer das ist) und habe ein paar Einschränkungen, aber ich kann eigentlich fast alles wieder essen. Nicht in beliebiger Menge, aber immerhin ;). Meine Histaminintoleranz hat sich soweit gebessert, dass ich sagen würde, ich habe keine HI mehr, obwohl ich definitiv noch sensitiv auf Histamin reagiere. Meine Toleranzschwelle ist so hoch, dass ich nur ganz wenige Dinge aussparen muss.

Ich esse mittlerweile jeden Tag Hülsenfrüchte. Beim Obst und Gemüse habe ich nur ganz wenige Einschränkungen. Bei Spinat und Avocado muss ich z.B. aufpassen, Ananas und ich sind auch nicht so richtig gute Freunde. Ich kann auch mal gebeizten oder geräucherten Lachs essen (mache ich etwa 1x Woche). Das merke ich dann zwar (nach dem Duschen z.B. die altbekannten roten Flecken auf der Haut), aber wenn ich es nicht übertreibe, dann geht das alles.

Was nicht geht ist Fertigfraß. Den brauche ich natürlich nicht, aber ich bekomme Probleme, wenn in Restaurants mit convenience food gearbeitet wird. Auswärts essen ist also nach wie vor eine Herausforderung. Auch, weil ich nach wie vor kein Fleisch und kein Gluten esse sowie keine Milchprodukte und Eier. Ich bin mir nicht sicher, ob ich letztere nicht eigentlich vertragen würde, aber ich komme ohne so gut klar – da sollen die Kühe und Hühner nicht für mich leiden.
Vorsichtig bin ich auch bei Sojaprodukten. Mal eine Soja Latte oder etwas Räuchertofu und Miso gehen, Sojasauce eher nicht. Aber auch damit komme ich im Alltag gut klar.

Wenn ich so zurückschaue denke ich, dass die folgenden Maßnahmen mich weitergebracht haben (ist aber natürlich letztlich Spekulation):

  • Quercetin (hierzu gibt es bei Yasmina von http://thelowhistaminechef.com viele Infos – überhaupt bin ich von Ihrer Herangehensweise an das Thema Histaminintoleranz und Mastzellenstabilisierung sehr überzeugt). Ich nehme nach wie vor 1000mg täglich.
  • Glutamin habe ich über ca. 3 Monate richtig hoch dosiert genommen – in der ganz heißen Phase ca. 20-25g. Ja, am Tag. Ich hab es nur verkapselt vertragen und musste langsam steigern.
  • Probiotik: Parallel zum Glutamin habe ich Probiotik genommen – und zwar ein Präparat mit Stämmen, die histaminsenkend sind und ein „normales“, bei dem auch einige histaminproduzierende Stämme dabei sind. Auch zu diesem Thema kann man bei Yasmina Informationen finden.

Das Glutamin habe ich dann irgendwann langsam ausgeschlichen über ein paar Wochen.

Mittlerweile nehme ich noch die folgenden NEM:
Quercetin (1000mg)
Vitamin C (1000mg)
Magnesium (500mg)
B12 komplex
Zink 30 mg (bei der Dosierung hatte ich Anfang des Jahres trotzdem noch einen ordentlichen Zinkmangel, sodass ich eine Weile noch mehr genommen habe – lasse ich bald aber noch mal überprüfen. Ohne einen nachgewiesenen Mangel bitte nicht so viel nehmen!).

Meine Symptome:
Symptomfrei bin ich nicht (aber wer ist das schon) – aber es hält sich alles in Grenzen. Manchmal etwas Juckreiz, die roten Flecken nach dem Duschen, Nase leicht zu, wenn das Histamin zu hoch ist. Selten mal meine typischen Ohrenschmerzen links oder Luft im Oberbauch (passiert eigentlich nur, wenn ich auswärts mal daneben greife mit dem Essen). Alles nicht mehr täglich!
Das einzige, was nicht so ganz in Ordnung kommt ist meine Haut: ich habe oft Unreinheiten oder entzündete Stellen im Gesicht. Aber auch das hält sich in Grenzen. Ich nutze kaum Kosmetik und wenn, nur komplett ohne Duftstoffe. Hauptsächlich kommt Wasser und mal etwas duftfreie Öko-Seife an meine Haut ;).

Die Erschöpfung:. Dazu mehr in Teil 2 (der wird spannender, versprochen ;)).

Abschied, für eine Weile

Mit diesem Blog geht es ja schon seit einer Weile nicht wirklich vorwärts. Das gleiche kann ich wohl von mir auch behaupten. Obwohl es mit den NMU so viel besser geworden ist geht es mir körperlich und psychisch schlechter und schlechter. Ich bin an einem Punkt, an dem ich es aus eigener Kraft nicht wieder zurück in ein normales Leben schaffe. Ich hab mir schon eine ganze Weile ambulant Hilfe geholt und merke, dass mir das gut tut, aber es reicht nicht. Ich habe die für mich unglaublich schwere Entscheidung getroffen, den Weg über eine stationäre „Reha“ zu gehen. Das wird im Klartext heißen, eine psychosomatische Klinik. Den Antrag werde ich demnächst stellen, bis zu einer (möglichen) Bewilligung dauert es sicher noch Monate. Ich hoffe, ich hab die Kraft, das durchzuziehen.

Das ist für mich das absolute worst case scenario und sehr stark mit Angst besetzt. Der Blog hier ist nicht der richtige Ort, um mich damit auseinanderzusetzen, weswegen ich für eine Weile Abschied von hitoverheels nehme.  
In diesem Sinne: Tschüss und bis bald!

Breathing water

Ganz schön schwer manchmal, den Kopf über Wasser zu halten.

Ich habe (subjektiv) ordentlich was hinter mir, dabei war es (objektiv betrachtet) eigentlich nur Alltag. Ich hatte eine echt gute Phase so bis Ende März. Ich konnte relativ viel Sport machen (Schwimmen, mit dem Rad zur Arbeit) und hatte verhältnismäßig viel Energie. Die Nachwirkungen des 5-HTP waren noch spürbar, aber es wurde besser. Dann kam aber eine sehr stressige Phase auf der Arbeit, die sich über zwei Wochen zog. Da kam dann eins zum andern – ich habe unregelmäßig gegessen und wenig geschlafen (zu überdreht), usw. Nach Woche 1 konnte ich mich übers Wochenende noch ganz gut erholen, aber Woche 2 hat mich dann geschafft. Am Freitag konnte ich mich kaum noch auf den Beinen halten (letztere waren so schwer und taten so weh, wie schon lange nicht mehr).

Das ist jetzt gut zwei Wochen her und es geht mir erst langsam wieder besser. Der körperliche Rückschlag hat mir natürlich auch seelisch zugesetzt und ich hab daran ganz schön zu beißen gehabt – das war zum einen Frustration über die Situation, aber auch unglaubliche Angst, dass ich aus dem Loch nicht wieder rauskomme, dass die Verbesserung vorher nur eine kurze Phase war. Daraus gelernt habe ich, welche große Rolle Stress dabei spielt, wie es mir körperlich geht. Dass sich Stress negativ auswirkt (Histamin geht hoch, Verträglichkeit von Lebensmitteln geht runter, Schlaf wird schlechter, was dann wieder mehr Stress verursacht) war mir schon klar. Aber dass die schmerzenden, unglaublich schweren Beine plötzlich auch wieder kommen, damit hab ich nicht gerechnet (und entsprechend hat mich das voll auf dem falschen Fuß erwischt).

Das Erlebnis hat mich u.a. dazu bewegt, wieder regelmäßig zu meditieren, in der Hoffnung, dass ich damit in zukünftigen stressigen Situationen etwas besser schaffe zur Ruhe zu kommen. Aber das allein wird wohl nicht des Rätsels Lösung sein. Ich denke, da werde ich noch viel an mir und meinen Einstellungen arbeiten müssen.

Nahrungsergänzung und Meds
Da ist alles wie gehabt, allerdings habe ich doch noch mal begonnen, ein Probiotikum zu nehmen. Beim L-Glutamin bin ich bei ca. 24g am Tag. Ich habe das Gefühl, dass es mir gut tut. Beim L-Thyroxin bin ich bei einer recht krummen Zahl angekommen (103 und ein paar Zerquetschte). Ich habe das Gefühl, ich könnte noch weiter hoch gehen, werde mir aber jetzt erst mal einen Termin beim Nuklearmediziner geben lassen und dann Werte machen lassen. Eisen nehme ich noch und der Ferritinwert wurde heute das erste Mal kontrolliert (Ergebnis Do oder Fr).

Symptome und Essen
Ich merke nach der stressigen Phase das Histamin wieder mehr, aber grundsätzlich jammere ich da auf hohem Niveau. Ich esse diesbezüglich eigentlich so normal, dass ich fast gar nicht mehr von einer Histaminintoleranz sprechen will. Ich merke die Effekte des Histamins nach wie vor deutlich in/an meinem Körper, z.B. weil ich rote Flecken oder Herzklopfen habe. Aber ich esse mittlerweile fast täglich Bananen und regelmäßig Kichererbsen bzw. schwarze Bohnen und ab und zu in einem Café meines Vertrauens gebeizten Lachs. Den vertrage ich je nach Tagesverfassung allerdings auch mal etwas schlechter (einmal musste ich ein Antihistaminikum nehmen). Grundsätzlich bin ich nur selten so ganz frei von den leichten Symptomen, aber im Großen und Ganzen läuft es mit dem Essen sehr gut. Ich bin gerade nicht bereit dazu, meine Nahrungsmittelpalette wieder einzuschränken um zu testen ob diese leichten Symptome dann weg gehen. Zu den Dingen, die ich immer noch nicht gut vertrage und entsprechend meide gehören Erdbeeren, Avocado und Kakao. Von Alkohol lasse ich auch die Finger. Den hab ich ewig nicht getestet und er fehlt mir nicht.

Dafür habe ich „todesmutig“ (just kidding) Milch getestet (im Cappuccino/Kaffee) und gut vertragen. Kein Juckreiz. Das ist super – ich werde Milchprodukte bis auf weiteres zwar nicht wieder regelmäßig konsumieren, aber es ist gut zu wissen, dass ich hier ab und an eine Ausnahme machen darf. Von Eiern lasse ich weiterhin die Finger, die fehlen mir aber auch null. Der Juckreiz tritt allerdings noch manchmal auf. Ich habe aber mittlerweile das Schwimmen im Verdacht – eventuell vertrage ich das Chlor nicht so gut auf der Haut.

Grundsätzlich orientiere ich mich ansonsten weiterhin an Yasminas Empfehlungen und versuche, möglichst viele entzündungshemmende Nahrungsmittel und natürliche Antihistaminika in meinen Speiseplan einzubauen. Diese beiden Posts hier sind für mich sehr relevant und ich glaube, dass das der richtige Weg für mich ist:
I’M HEALING, NOT CURING (MY HISTAMINE INTOLERANCE/MAST CELL DISORDER)
THE INFLAMMATION BUCKET (WHY I CAN NOW EAT SHRIMP).

Auf geht’s.

Iron, Lady

Bei dem ganz Gejammer über die Histaminbredouille hab ich ganz vergessen, was zum Thema Eisen zu schreiben. Ich war vor meiner Spanienreise ja noch mal zur Blutabnahme bei meiner Hausärztin. Die scheint meinen Ferritinwert ja für unproblematisch zu halten, da ich halt keine Blutarmut habe. Meine Frauenärztin war da anderer Meinung: „Ferritin muss hoch auf 70. Punkt.“ Da ist bei einem Wert um die 30 also Luft nach oben ;). Seit 4 Wochen nehme ich jetzt ein Eisenpräparat und habe das Gefühl, dass es bis jetzt zwar keine Wunder bewirkt, aber doch ein bisschen hilft. Meine Beine schmerzen nicht mehr so schlimm, das ist eine echte Verbesserung.

Ansonsten sieht es mit meiner Nahrungsergänzung übrigens gerade so aus:

  • Vitamin C 2g (oder, wenn ich das Histamin runterbekommen muss, wie im Moment auch schon mal 6g am Tag)
  • Quercetin 1-2g
  • Mangan 5mg
  • B-komplex
  • Zink 45mg
  • L-Glutamin 10-15g
  • Kalium/Magnesium (Dosierung hab ich gerade nicht im Kopf)
  • Vitamin D (2.000IU, wahrscheinlich zu wenig, muss ich noch mal testen lassen)
  • Q10 100mg
  • Omega 3

Dazu abends dann L-Thyroxin, wo ich mittlerweile auf die 100er Dosis erhöht habe (prompt schlafe ich wieder etwas besser). Dazu werde ich jetzt wieder B12 spritzen, da der Wert immer noch zu niedrig war.

Loslassen und locker machen o_O

Aus Barcelona hab ich mir nebst der „Verduftung“ eine Bronchitis mitgebracht, die mich leider richtig umgehauen hat. Vier Tage habe ich das Bett gehütet, dann bin ich – natürlich zu früh – wieder arbeiten gegangen. Nach zwei Tagen lag ich entsprechend das Wochenende wieder flach. Den Husten bin ich immer noch nicht ganz los und zu allem Überfluss plagen mich seit über einer Woche elende Halsschmerzen. Als Auslöser dafür habe ich aber mittlerweile meine HI im Verdacht, die mir leider gerade ein ziemliches Schnippchen schlägt.

In Sachen Essen klappte es eigentlich ja super und ich konnte so einiges an Histaminliberatoren und histaminhaltigen Lebensmitteln wieder essen. Dann sind leider ein paar Sachen zusammen gekommen und ich kann noch nicht sagen, was jetzt wie wo mit reinspielt. Die Chronologie ist ungefähr so:

Anfang Februar: Bronchitis, die mich leider noch mal zwei Kilo Gewicht gekostet hat. BMI nur noch bei 17. Eine weitere „Nachwehe“ der Reise nach Barcelona war ziemlich heftiger Juckreiz am Rücken und an den Schienbeinen. Wahrscheinlich ist Sojasauce ein Übeltäter.

Am 06. Februar war ich noch einmal bei der Therapeutin für Psychoneuroimmunologie, bei der ich vor ca. einem Jahr schon mal war. Sie hat selbst unter schweren Nahrungsmittelintoleranzen gelitten und weiß daher, wovon ich rede und wie es mir geht. Sie hat sie komplett überwunden und ihre Geschichte gibt mir immer Hoffnung, dass ich mein Leben irgendwie doch noch mal in den Griff bekomme. Sie hat mich noch mal in etwas bekräftigt, dass ich eigentlich schon selbst „erkannt“ habe: dass ich aufhören sollte, nur nach einem isolierten körperlichen „Hebel“  oder Auslöser für meine Erschöpfung zu suchen und dass ich vor allem aufhören sollte, immer noch einen Test, noch eine Untersuchung zu machen und noch einen „Spezialisten“ aufzusuchen.
Ich verstehe selbst, dass mich das letztlich nicht weiter bringt und ich eine Ursache für meine derzeitige Situation wahrscheinlich nicht finden werde. Stattdessen setze ich mich einfach immer mehr unter Druck. Ich merke selbst, dass ich durch diese ständig enttäuschte Hoffnung, dass doch noch „irgendwas“ gefunden wird, in ein immer tieferes Loch falle. Die ständige extreme Kontrolle, die ich über mich, meine Nahrungsaufnahme und – wo möglich – weitere Umweltfaktoren auszuüben versuche, tut ihr Übriges.

Die Devise heißt also Loslassen! Dafür habe ich mich entschieden, mein Ernährungstagebuch (und damit die ständige Konzentration auf meine Symptome, meinen körperlichen Zustand) an den Nagel zu hängen. Es hat mir zuletzt ohnehin keinerlei verwertbare Hinweise mehr gegeben. Gleichzeitig habe ich etwa zur gleichen Zeit angefangen, die Rotationsdiät zu lockern und schließlich ganz aufzugeben. Das ging so um den 10. Februar schrittweise los, es sind jetzt also etwa 15-17 Tage. (Der BMI ist damit mittlerweile zumindest wieder bei 18).

Am Wochenende 15./16. Februar habe ich angefangen, Griffonia zu nehmen, d.h. 5-HTP. Die PNI-Therapeutin hatte mir das zur Steigerung des Serotoninspiegels empfohlen, mit der Hoffnung verbunden, dass dadurch auch mein Schlaf besser wird. Ich hab leider wider besseren Wissens über meinen Körper mit der vollen Dosis angefangen, die sie mir aufgeschrieben hatte. Böser Fehler. Ich war plötzlich nachts völlig überdreht und konnte nur wenig schlafen (allerdings waren diese wenigen Stunden ironischerweise erholsamer, als mein normaler schlechter Schlaf ohne das 5-HTP). Dazu hatte ich Herzklopfen und nach dem Duschen sah ich völlig gefleckt aus, was bei mir immer ein Hinweis auf einen zu hohen Histaminspiegel ist. Irgendwann in der Zeit bis dahin ist auch mein Juckreiz deutlich schlimmer geworden, ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch eine Folge der gelockerten Rotationsdiät ist (ich hoffe es nicht, ich hab nämlich keine Energie mehr dazu).

Ab dem 20. Februar kamen stärker werdende Halsschmerzen hinzu, allerdings mit schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten hinter den Ohren – das kenne ich eigentlich nur bei „richtigen“ Infekten und nicht als histaminvermittelte Reaktion.

Am 21. Februar habe ich das Griffonia abgesetzt, allerdings gehen die Halsschmerzen nicht weg und begleiten mich nun seit einer Woche zusammen mit den anderen Symptomen. Ich bin relativ sicher, dass das 5-HTP der Auslöser war, auch wenn die PNI-Therapeutin sagt, das könne nicht sein.

Ich habe nun heute meine Diät wieder auf streng(er) histaminarm umgestellt, dazu nehme ich viel Vitamin C und Quercetin, in der Hoffnung, dass es meinen Körper beim Histaminabbau unterstützt. Ich hoffe, ich bekomme die Probleme so in den Griff – ich habe echt Angst, dass ich wieder da stehe, wo ich vor etwas über einem Jahr angefangen habe, als ich realisiert habe, dass ich eine HI habe. Die Symptome sind ungefähr genauso heftig, wie zu dieser Zeit. Schöne Sch…

Dann noch ein paar Befunde am Rande (Blutabnahme Anfang Februar): ich habe Zinkmangel (und das, obwohl ich schon 30mg/Tag nehme), Kaliummangel (das hatte ich mir ja schon gedacht) und mein B12 ist immer noch nicht wieder da, wo es sein soll. Dafür ist mein Selenspiegel zu hoch. Also nehme ich mehr Zink sowie Kalium und B12 werde ich wohl wieder subkutan spritzen. Und auch, wenn ich ja eigentlich weniger Untersuchungen machen will hab ich mich entschieden meinen Serotoninspiegel zu testen um zu schauen, was da los ist.

To be continued…