Loslassen und locker machen o_O

Aus Barcelona hab ich mir nebst der „Verduftung“ eine Bronchitis mitgebracht, die mich leider richtig umgehauen hat. Vier Tage habe ich das Bett gehütet, dann bin ich – natürlich zu früh – wieder arbeiten gegangen. Nach zwei Tagen lag ich entsprechend das Wochenende wieder flach. Den Husten bin ich immer noch nicht ganz los und zu allem Überfluss plagen mich seit über einer Woche elende Halsschmerzen. Als Auslöser dafür habe ich aber mittlerweile meine HI im Verdacht, die mir leider gerade ein ziemliches Schnippchen schlägt.

In Sachen Essen klappte es eigentlich ja super und ich konnte so einiges an Histaminliberatoren und histaminhaltigen Lebensmitteln wieder essen. Dann sind leider ein paar Sachen zusammen gekommen und ich kann noch nicht sagen, was jetzt wie wo mit reinspielt. Die Chronologie ist ungefähr so:

Anfang Februar: Bronchitis, die mich leider noch mal zwei Kilo Gewicht gekostet hat. BMI nur noch bei 17. Eine weitere „Nachwehe“ der Reise nach Barcelona war ziemlich heftiger Juckreiz am Rücken und an den Schienbeinen. Wahrscheinlich ist Sojasauce ein Übeltäter.

Am 06. Februar war ich noch einmal bei der Therapeutin für Psychoneuroimmunologie, bei der ich vor ca. einem Jahr schon mal war. Sie hat selbst unter schweren Nahrungsmittelintoleranzen gelitten und weiß daher, wovon ich rede und wie es mir geht. Sie hat sie komplett überwunden und ihre Geschichte gibt mir immer Hoffnung, dass ich mein Leben irgendwie doch noch mal in den Griff bekomme. Sie hat mich noch mal in etwas bekräftigt, dass ich eigentlich schon selbst „erkannt“ habe: dass ich aufhören sollte, nur nach einem isolierten körperlichen „Hebel“  oder Auslöser für meine Erschöpfung zu suchen und dass ich vor allem aufhören sollte, immer noch einen Test, noch eine Untersuchung zu machen und noch einen „Spezialisten“ aufzusuchen.
Ich verstehe selbst, dass mich das letztlich nicht weiter bringt und ich eine Ursache für meine derzeitige Situation wahrscheinlich nicht finden werde. Stattdessen setze ich mich einfach immer mehr unter Druck. Ich merke selbst, dass ich durch diese ständig enttäuschte Hoffnung, dass doch noch „irgendwas“ gefunden wird, in ein immer tieferes Loch falle. Die ständige extreme Kontrolle, die ich über mich, meine Nahrungsaufnahme und – wo möglich – weitere Umweltfaktoren auszuüben versuche, tut ihr Übriges.

Die Devise heißt also Loslassen! Dafür habe ich mich entschieden, mein Ernährungstagebuch (und damit die ständige Konzentration auf meine Symptome, meinen körperlichen Zustand) an den Nagel zu hängen. Es hat mir zuletzt ohnehin keinerlei verwertbare Hinweise mehr gegeben. Gleichzeitig habe ich etwa zur gleichen Zeit angefangen, die Rotationsdiät zu lockern und schließlich ganz aufzugeben. Das ging so um den 10. Februar schrittweise los, es sind jetzt also etwa 15-17 Tage. (Der BMI ist damit mittlerweile zumindest wieder bei 18).

Am Wochenende 15./16. Februar habe ich angefangen, Griffonia zu nehmen, d.h. 5-HTP. Die PNI-Therapeutin hatte mir das zur Steigerung des Serotoninspiegels empfohlen, mit der Hoffnung verbunden, dass dadurch auch mein Schlaf besser wird. Ich hab leider wider besseren Wissens über meinen Körper mit der vollen Dosis angefangen, die sie mir aufgeschrieben hatte. Böser Fehler. Ich war plötzlich nachts völlig überdreht und konnte nur wenig schlafen (allerdings waren diese wenigen Stunden ironischerweise erholsamer, als mein normaler schlechter Schlaf ohne das 5-HTP). Dazu hatte ich Herzklopfen und nach dem Duschen sah ich völlig gefleckt aus, was bei mir immer ein Hinweis auf einen zu hohen Histaminspiegel ist. Irgendwann in der Zeit bis dahin ist auch mein Juckreiz deutlich schlimmer geworden, ich bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch eine Folge der gelockerten Rotationsdiät ist (ich hoffe es nicht, ich hab nämlich keine Energie mehr dazu).

Ab dem 20. Februar kamen stärker werdende Halsschmerzen hinzu, allerdings mit schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten hinter den Ohren – das kenne ich eigentlich nur bei „richtigen“ Infekten und nicht als histaminvermittelte Reaktion.

Am 21. Februar habe ich das Griffonia abgesetzt, allerdings gehen die Halsschmerzen nicht weg und begleiten mich nun seit einer Woche zusammen mit den anderen Symptomen. Ich bin relativ sicher, dass das 5-HTP der Auslöser war, auch wenn die PNI-Therapeutin sagt, das könne nicht sein.

Ich habe nun heute meine Diät wieder auf streng(er) histaminarm umgestellt, dazu nehme ich viel Vitamin C und Quercetin, in der Hoffnung, dass es meinen Körper beim Histaminabbau unterstützt. Ich hoffe, ich bekomme die Probleme so in den Griff – ich habe echt Angst, dass ich wieder da stehe, wo ich vor etwas über einem Jahr angefangen habe, als ich realisiert habe, dass ich eine HI habe. Die Symptome sind ungefähr genauso heftig, wie zu dieser Zeit. Schöne Sch…

Dann noch ein paar Befunde am Rande (Blutabnahme Anfang Februar): ich habe Zinkmangel (und das, obwohl ich schon 30mg/Tag nehme), Kaliummangel (das hatte ich mir ja schon gedacht) und mein B12 ist immer noch nicht wieder da, wo es sein soll. Dafür ist mein Selenspiegel zu hoch. Also nehme ich mehr Zink sowie Kalium und B12 werde ich wohl wieder subkutan spritzen. Und auch, wenn ich ja eigentlich weniger Untersuchungen machen will hab ich mich entschieden meinen Serotoninspiegel zu testen um zu schauen, was da los ist.

To be continued…