Fragrancia infernal

Mir stinkt es – ganz wortwörtlich. Ich bin auf Dienstreise in Barcelona und habe essenstechnisch ganz gut vorgesorgt – ich habe viel zu Essen mitgebracht und muss nicht oft auswärts essen in den zweieinhalb Tagen hier. Nicht vorbereitet war ich aber auf die unglaublichen Duftattacken, denen man hier ausgesetzt ist. Ich dachte immer, in Deutschland sei es schlimm, wie die Leute mit „Düften“ die Luft verpesten (jedenfalls für meine Nase). Es geht also noch schlimmer. Schon der Flug mit einer spanischen Airline war ein Albtraum – einen solchen Gestank habe ich noch nicht erlebt. Von allen Seiten wurde ich von After Shaves und Parfums erschlagen. Ich hab mir noch nie so dringend eine Atemmaske gewünscht.

In Barcelona wurde es dann leider nicht besser – es ist hier anscheinend absoluter Trend, Geschäfte, Restaurants und Hotels mit Raumdüften zu „parfümieren“, die an Scheußlichkeit nicht zu überbieten sind. Das ist der reinste Spießrutenlauf. Die Lobby und die Gänge des Hotels riechen so schlimm, dass ich das nur mit Luft anhalten und Schal vor Mund und Nase ertrage (ohne Atmen bis zum Zimmer im 12. Stock geht’s leider nicht). Zum Glück haben sie wenigstens im Zimmer auf stark riechende „Düfte“ verzichtet. Wenn ich das Fenster auf lasse, geht es also. Meine Nasenschleimhäute fühlen sich an, als hätte sie jemand mit Schmirgelpapier bearbeitet.

Nun ist es ja so, dass ich meine „Auslöser“ aus der Chemikalienecke nicht wirklich kenne. D.h. mir ist letztlich, weil meine Beschwerden insgesamt sehr diffus sind, nicht klar, wie ich auf Düfte reagiere. Bei bestimmten Sachen geht mir direkt die Nase zu und ich muss Niesen. In anderen Fällen wird meine Nase irgendwie wund. Wie das ganze mit meiner Erschöpfung korreliert (oder eben nicht) kann ich nicht immer sagen. Ich bin heute, an Tag 2, absolut fertig körperlich. Die Konzentration den Tag über war auch bescheiden. Das ist aber nun an einem Tag voller Meetings (gute 7 Stunden), Essen aus dem Rucksack, an dem ich auch noch viel gelaufen bin (muss ja den Duft aus meiner Nase kriegen) wahrscheinlich nicht außergewöhnlich (also, in meinem „Zustand“ jedenfalls). Geschlafen habe ich auch nicht viel, wegen „erster Tag auswärts schlafen“ und weil mein Zimmer genau neben den Aufzügen ist. Ich habe gestern aber richtiggehend Panik geschoben wegen der ständigen Duftattacken und ich denke, da tut die Psyche noch ihr übriges dazu, dass ich mich schlecht fühle. Ich will damit nicht sagen, dass ich mir „alles nur einbilde“, aber der Stress, den ich mir zusätzlich noch mache verbraucht ganz viel Energie, die ich dringend bräuchte. Leider habe ich es gestern trotz dieses Wissens nicht geschafft, runterzukommen. Und das, obwohl ich doch diesen Meditationskurs gemacht habe. Wenn das die Krankenkasse hört, dann will sie ihren Zuschuss wieder zurück ;-).

Mit dem Essen ist es blöd, aber nicht aussichtslos ;). Ich habe glaube ich mehr Lebensmittel, als Klamotten dabei:

  • glutenfreie Plätzchen und Zwieback
  • Bananen und Avocados (klar, bekommt man hier auch, aber die lagen noch bei uns und sind bio)
  • getrocknete Bananen
  • selbst gemachte „Schokolade“ (Kakaobutter, Mandelmus, Datteln, Reisprotein, Agavendicksaft)
  • selbst gemachte glutenfreie Karotten „Blondies“ (leicht abgewandeltes Rezept von http://www.kochtrotz.de)
  • Datteln
  • Maroni
  • Mandeln.

Gestern Abend habe ich Sushi gegessen und heute morgen am Frühstücksbuffet ein paar Walnüsse, etwas Melone und meine Blondies. Beim Sushi schien es mir am leichtesten, Eier, Milchprodukte, Zwiebeln etc. zu vermeiden. Hat auch gut geklappt :). Ich vermute nur, dass ich doch mit Soja nicht so super klar komme (hab etwas Sojasauce dabei gehabt). Ich hatte zu Hause schon immer mal wieder meinen Juckreiz wieder (nach Soja komischerweise am Rücken, nicht an den Schienbeinen… das versteh einer). Ich werde es noch mal testen, zu Hause, aber ich denke, Soja nehme ich aus der Rotationsdiät wieder raus (die ich hier natürlich gerade null realisieren kann) oder vergrößere den Abstand auf 8 Tage.

Ansonsten ist es so, dass ich mein Ernährungstagebuch erstmal auf Eis gelegt habe. Es liefert mir wirklich keine Hinweise mehr und meine Reaktionen sind, wenn ich versuche, sie über den Konsum bestimmter Lebensmittel zu erklären, völlig inkonsistent (mit der Ausnahme von Soja…). Beim Histamin denke ich auch, dass es nicht (mehr) der bestimmende Faktor ist. Wie ich in einem der letzten Posts schrieb merke ich, wenn ich zu viel erwische (Ohrenschmerzen), aber die Toleranzgrenze ist recht hoch.

Morgen geht’s wieder nach Hause, hurra! Aber vielleicht werden Barcelona und ich trotz allem noch mal Freunde irgendwann? Man weiß es nicht ;-).

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3 Kommentare zu “Fragrancia infernal

    • Danke, ich hoffe auch ;). Gemerkt habe ich bei den Zwiebeln eigentlich nichts, aber sie sind im IgG leider als Problem rausgekommen. Wundert mich nicht, dass ich dagegen Antikörper hab, ich habe eigentlich immer überall eine Zwiebel dran gemacht ;).
      LG

      • achso…ich suche noch Mitstreiter, die wie ich, keine Zwiebeln, egal in welcher Form essen dürfen. Auch keine Kohl, Hülsenfrüchte, also eigentlich alles was bläht….
        Lieben Gruß

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