Un jour dans la vie…

Auch wenn es nicht so wahnsinnig viel zu berichten gibt, melde ich mich mal wieder. Zumal wir endlich Internet haben ;).

Die Erschöpfung beträgt nach wie vor 100%. Der Tagesrhythmus, dem sie unterliegt, ist immer der gleiche: morgens bis mittags bin ich zu nichts zu gebrauchen. Selbst Sitzen ist manchmal zu viel. Mittags bekomme ich dann ein kleines „Hoch“, wo es mir etwas besser geht. Dann wieder ein Loch und abends werde ich noch mal etwas fitter (also, von fit kann natürlich keine Rede sein, aber ich fühle mich nicht mehr ganz so durch die Mangel gedreht, wie morgens). Das Ganze passt doch sehr zu dem typischen Profil bei einer Nebennierenschwäche. Mit dem Thema muss ich mich wohl doch noch mal etwas mehr auseinandersetzen. Ich hatte das, da meine Ergebnisse vom Cortisoltest ja nicht so gut zu deuten waren, ein wenig hintenan gestellt. Wobei ich bei der Nahrungsergänzung (B-Komplex, Vitamin C, Phosphatidylserine) und nun eben seit kurzem auch bei der Ernährung (weniger Kohlenhydrate, mehr Proteine) mich schon entsprechend den Empfehlungen verhalte. Was noch hilfreich sein könnte ist B5 (Pantothensäure; s. z.B. http://www.adrenal-fatigue.de). Das habe ich mir gestern bestellt, ist dann vielleicht schon da, wenn wir wieder zu Hause sind.

Ein weiteres Thema, um das ich da sehr herumschleiche, sind Nebennierenextrakte. Die werden z.B. von Dr. Wilson – dem amerikanischen Adrenal fatigue „Papst“ – empfohlen. Es handelt sich aber um Gewebe, dass aus der Nebenniere von Kälbern gewonnen wird. Das ist für mich auf ganz vielen Ebenen ein echter Alptraum (so als Pescetarier und Fleischphobiker). Außerdem habe ich davor echt Respekt, weil zwar keine (oder nur wenige) Hormone enthalten sind, aber das Ganze ja letztlich schon auf den Hormonhaushalt wirkt. Die Extrakte sollen die Stoffe enthalten, die die Nebennieren brauchen, um Cortisol zu produzieren. Und es gibt natürlich auch kritische Stimmen dazu. Auf dieser deutschen Seite heißt es z.B.:

Je stärker die Nebennierenschwäche vorangeschritten ist, desto eher besteht die Gefahr eines Therapierückschlages durch solche Präparate, die stimulierende Wirkanteile aufweisen. Deshalb sollte die Behandlung mit Nebennierenextrakten, Ginseng, Ashwagandha, Withania somnifera, Süßholzwurzel, Ingwer, Maca leichten Krankeitsstadien vorbehalten bleiben, bei leichten Krankheitsbildern stellen sie deshalb eine sinnvolle Therapieoption dar. Auch Vitamin B5 und B12 bewirken, dass der Stoffwechsel der Nebennieren kräftig angehoben wird. Ohne eine Begleitung durch Spurenelemente und Antioxidantien besteht auch hier die Möglichkeit eines Therapierückschlages. (http://www.dr-neidert.de/index.php?option=com_content&view=article&id=98)

D.h. es könnte auch sein, dass ich mir mit dem B12 gerade langfristig weitere Kraft raube. Allerdings habe ich von dem „Anheben“ oder der stimulierenden Wirkung nichts gemerkt. Wie dem auch sei. Ich bin nun doch über meinen Schatten gesprungen und habe „Adrenal cortex extracts“ bestellt. Wenn ich mich traue, es zu nehmen, müsste ich relativ schnell merken, ob ich darauf anspreche. Falls nein, kann das z.B. heißen, dass die Nebenniere nicht mein (größtes) Problem ist. Wäre ja auch mal eine Erkenntnis.

Ich bin außerdem beim letzten Libase-Besuch noch mal auf etwas aufmerksam geworden, das ich eigentlich schon wußte (klassischer Fall von passivem Wissen ;)): bei der HPU-Medikation soll man laut Dr. Kamsteeg (http://www.keac.de) merken, dass die richtige Dosierung des aktivierten B6 (P5P) erreicht ist, wenn die Traumerinnerung zurück kommt oder – bei nicht passender Dosierung – ggf. zu stark wird. Bei der HPU kann ein Symptom eine fehlende Traumerinnerung sein. Ich muss sagen, dass ich damit leider nie „gesegnet“ war – ich erinnere mich schon immer recht gut an meine Träume und finde das gar nicht immer spassig. Aber in den letzten Monaten ist es ja bei mir mit dem Schlafen richtig schlimm – ich schlafe von ca. 22:00 bis 00:30 relativ traumlos und danach wache ich ständig auf und träume sehr intensiv und wirr. Meine Augenlider fühlen sich in der Phase sehr geschwollen an. Dann kommt gegen 5 ein Punkt, wo ich mich eigentlich wach fühle und aufstehen könnte. Ab 6 oder 7 Uhr geht es dann wieder „bergab“ und ich werde immer müder und müder, komme dann kaum aus dem Bett. Wenn ich tatsächlich während der frühen „Fit-Phase“ aufstehe, geht es leider genauso rapide wieder bergab, das bringt also nix. An meine Träume kann ich mich sehr gut erinnern. Langer Rede kurzer Sinn, ich bin nun gestern drauf gekommen, dass die überklare Traumerinnerung ja vielleicht etwas mit meiner HPU-Nahrungsergänzung zu tun haben kann. Ich habe gestern und heute nun mein Depyrrol mal nicht genommen, um zu schauen, was passiert. Die letzte Nacht habe ich tatsächlich ein kleines bisschen besser geschlafen, aber das kann auch Zufall gewesen sein. Aber wenn sich das bestätigt, muss ich noch mal von vorne anfangen bei der Einstellung der Dosierungen.

Dafür gibt es beim Thema Essen Erfreuliches zu berichten (wenn ich mich nur auch drüber freuen könnte, das wäre schon ein Riesenschritt!).  Ich habe ja schon seit längerem den Eindruck, dass meine Toleranzgrenze in Sachen Histamin steigt. Gestern habe ich dann den „Ernstfall“ geprobt: wir haben einen Ausflug in die nächstgrößere Stadt gemacht (genaugenommen, um den neuen Router für die Ferienwohnung abzuholen ;)) und sind dort mittags Essen gewesen. Die am wenigsten furchteinflößende Mahlzeit hier sind für mich eigentlich Galettes. Das sind herzhafte Crépes aus Buchweizenmehl, die aus der Bretagne stammen. Buchweizen habe ich zwar mal nicht vertragen, aber ich denke, dass das Mehl dort mit Weizenmehl gemischt ist, da Buchweizen alleine ja keinen Kleber hat und die Galettes nicht zusammenhalten würden. Gestern habe ich dann ein Galette vegetarienne bestellt – u.a. mit grünen Bohnen, Champignons und Palmherzen (über die weiß ich in Bezug auf den Histamingehalt nichts, aber die gibt es in der Regel ja nur aus der Dose und nicht frisch). Dazu gab es einen Salat mit einer Honig-Senf-Sauce. An die habe ich mich wirklich nicht dran getraut und habe nur zwei, drei Anstandsbissen gegessen. Die Galette habe ich aber komplett verspeist. Ich hatte später ein ganz klein wenig Ohrenschmerzen, aber die habe ich mit einer Portion Vitamin C wegbekommen. Als ich anfing zu essen dachte ich, die Antihistaminika wären vorprogrammiert. Auch meinen einen Kaffee am Tag vertrage ich nun wieder gut. Ein Stück Käse hin und wieder geht ebenso und auch ein klitzekleines(!) Schlückchen Wein traue ich mich auch dann und wann.

Allerdings merke ich auch, dass die Ernährungsumstellung meinem Darm ein bisschen zu schaffen macht. Die Stuhlfarbe (sorry, too much information) hat sich wieder mehr in Richtung ocker verschoben. Aber es kann sein, dass sich die Darmbakterien erst auf die andere Nahrungszusammensetzung einstellen müssen, insofern lasse ich mich dadurch erst mal nicht beirren. Ich habe jedenfalls nach wie vor keine Durchfälle oder Blähungen und ich habe wirklich das Gefühl, dass ich länger satt bleibe bzw. dass ich nicht so schnell so extrem unterzuckere, wie mit der stark getreidebasierten Ernährung.

So, ganz schön viel Text für „nicht viel zu berichten“. Mal schauen, wie die zweite Nacht ohne P5P wird. Bonne soirée!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s