Das Frankreich-Experiment

Seit gestern sind wir an unserem Urlaubsort in den französischen Alpen. Momentan glaube ich, wir hätten den Urlaub doch besser abgesagt und wären zu Hause geblieben. Ich sitze hier in grandioser Kulisse zwischen lauter Berggipfeln, schaue den Rennradfahrern hinterher und könnte nur heulen, weil das alles für mich unerreichbar ist. Ich versuche irgendwie positiv zu denken, aber das war leider noch nie meine Stärke.

Mit dem Essen wird es hier schwer, fürchte ich. Ich bin schon angeschlagen hier angekommen. Wir sind in zwei Etappen gefahren. Am ersten Feiertag hatte ich als Proviant unter anderem ein glutenfreies Knäcke dabei. Es besteht aus Quinoa mit einem Anteil Reismehl. Ich habe es seit ich in Hamburg war nicht mehr gegessen – damals habe ich es nicht gut vertragen. Da ich Reis wieder zu vertragen scheine, wollte ich ihm noch mal eine Chance geben. Puh, falsche Entscheidung! Ich hab sofort wunde Stellen im Mund und schlimmes Grummeln im Magen-/Darm bekommen. Das war eine deutlich schlimmere Reaktion, als ich sonst darauf hatte. Seitdem bin ich ziemlich neben der Spur. Am zweiten Reisetag habe ich morgens Baguette und Butter, später dann Grissini gegessen. Abends bin ich total unterzuckert, so richtig schlimm mit Schweißausbrüchen und Zittern. Kam ganz schleichend aber dafür umso heftiger. Ich habe mir mit etwas Schokolade beholfen und dann Zucchini mit Reis gekocht. Aber der Tag war gelaufen, ich war völlig fertig und lag um sieben heulend im Bett.

Die Lebensmittel, die man hier in den beiden Supermärkten im Ort bekommt sind leider nicht optimal. Auf die Preise hatte ich mich schon eingestellt, nirgendwo sind Lebensmittel so billig wie in Deutschland. Aber Bio gibt es nur ganz vereinzelt – ich habe Bananen und einen Bio-Tee gesehen. Beim Gemüse und anderem Obst Fehlanzeige. Es gibt genau eine Sorte Sahne, die hat Carragen und irgendeine E-Nummer. Brot ist auch sehr komplex, hat viele Zutaten. Am besten fährt man wahrscheinlich mit einfachem Baguette. Wir werden mal im nächsten größeren Ort schauen, was es da so gibt. Im Moment macht alles, was ich esse ganz laute Geräusche im Magen und Darm und ich fühle mich hundeelend.

In Sachen B12 und Eisen habe ich ein wenig recherchiert. Ich hatte vor dem Urlaub noch meine Werte abgeholt (nun liegen sie brav zu Hause und ich kann sie nicht mit Euch teilen ;). B12 war ziemlich am unteren Ende der Skala. Allerdings wurde wirklich nur B12 und nicht der Wert gemessen, der Auskunft über die Speicher gibt. Nach dem, was ich so gelesen habe, werden die 4 Spritzen, die ich laut Ärztin bekommen soll wahrscheinlich erst der Anfang sein. Ich habe auch gelesen, dass es eventuell günstiger sein kann, Hydroxocobalamin anstelle von Cyanocobalamin zu spritzen, da dieses besser aufgenommen wird. Das habe ich aber aus einem Forum (nicht Libase) und bin nicht sicher, wie verlässlich die Aussage ist.
Beim Eisen ist es so, dass mein Eisenwert erhöht, mein Ferritin aber an der unteren Grenze ist. Es ist auch seit der letzten Untersuchung weiter gesunken. Nach dem, was ich gelesen habe, ist der Eisenwert selbst nicht aussagekräftig und kann über den Tag stark schwanken. Wenn das stimmt, deutet der Ferritinwert auf einen Mangel hin, d.h. da ist neben dem B12 noch eine Baustelle. Anfang Oktober habe ich wieder einen Termin bei der Ortho.-Ärztin, dann spreche ich sie drauf an.

Ich glaube, ein Besuch im Kloster Grafschaft in Schmallenberg diesen Herbst oder Winter wird immer wahrscheinlicher.

Jetzt muss ich erst mal sehen, wie Körper und Geist den Frankreich-Urlaub unbeschadet überstehen :(. Mein Mittagessen gluckst böse in meinem Bauch und fühlt sich an, wie ein Backstein.

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2 Kommentare zu “Das Frankreich-Experiment

  1. Quinoa und Reis sind die ersten Sachen die sich nach strenger Diät bei mir verabschiedet haben… wenn Du da jetzt schon Probleme bemerkst, teile das vor Deinem Krankenhausaufenthalt unbedingt mit, denn ne Kartoffel-Reis (allergenarme Diät) wär wohl der Abschuss ;(

    • Reis geht meines Erachtens wieder besser, seit ich den eine Weile gemieden habe. Es kann halt auch einfach die Zubereitungsweise sein – ich habe grundsätzlich das Gefühl, gerade mit glutenfreien Mehlen ein Problem zu haben. Das kann ja immer auch an den Trägerstoffen oder Hilfsstoffen liegen, die bei der Verarbeitung eingesetzt werden. Von dem Knäcke lasse ich jedenfalls mal die Finger. Aber ich versuche eh gerade, meinen Getreidekonsum etwas einzuschränken, mal sehen, wie mir das bekommt.
      LG 🙂

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