Ups and downs

Gestern Abend habe ich mal wieder ein neues Mittel ausprobiert, das mir mein Homöopath geschickt hat. Aus dem letzten Versuch ist das Kalium Phosphoricum in einer etwas niedrigeren Potenz als ursprünglich versucht übrig geblieben. Heute morgen habe ich mich eigentlich überraschend gut gefühlt (dafür, dass ich gestern quasi meinen Namen nicht mehr gerade schreiben konnte und gefühlt auch nicht mehr wußte, wie ich heiße, weil ich so kaputt war). Gut geschlafen hatte ich nicht, aber ich bin etwas besser die Treppe ins Bad rauf gekommen, als sonst morgens.

Dann habe ich heute meine erste B12-Spritze bekommen und es ging mir eigentlich den Tag ziemlich gut – insgesamt habe ich mich deutlich weniger erschöpft gefühlt. Das lag jetzt sicher nicht an der Spritze, aber vielleicht war es ein Placebo-Effekt. Soll mir recht sein ;).

Beim Mittagessen habe ich mich das erste mal wieder an die vegane Linsensuppe mit Kokosmilch rangetraut, die es standardmäßig in dem Suppenladen gibt. Ich war sehr skeptisch, wegen der Linsen und der Kokosmilch, da ich mir bei beidem ja nicht so sicher bin wie ich sie vertrage. Aber es hat ganz gut geklappt! Ein bisschen hat es gegrummelt im Darm, aber wirklich nur ganz wenig.

Allerdings ist heute Abend die Stimmung mal wieder im Keller – ob das an den Linsen liegt? Ich habe ja schon öfters das Gefühl gehabt, das Hülsenfrüchte bei mir die Stimmung schwanken lassen. Allerdings gab es auch einen konkreten Anlass. Ich habe das erste mal seit Längerem mal wieder bei Libase vorbeigeschaut. Ich hatte mir vorgenommen etwas Pause dort zu machen, weil ich gemerkt habe, dass mich die ständige Beschäftigung mit Unverträglichkeiten und Gesundheit regelrecht auffrisst. Jedenfalls bin ich prompt in einen Thread „geraten“, bei dem es um die Frage HPU und Sport ging. Dort haben HPU Betroffene berichtet, dass sie trotz der Behandlung der Nährstoffdefizite, die durch die HPU entstehen, kaum Sport – insbesondere keinen Ausdauersport – machen können. Nun denke ich wieder, ich werde nie wieder auf dem Rennrad sitzen und bin sehr traurig,

Noch da!

Ich hatte ziemlich viel zu tun die letzten Tage und wenig Zeit zu schreiben. Aber ich wollte wenigstens mal ein Lebenszeichen geben.

Es war insgesamt recht stressig auf der Arbeit und ich bin mit meiner Kraft ziemlich am Ende. Ab morgen wird es aber wieder ruhiger und am Freitag geht es schon in den Urlaub. Durch den Stress habe ich nicht sehr bewusst gegessen und auch nicht so sehr abwechslungsreich. Obst gab es zum Beispiel gar nicht. Das wird sich aber Morgen ändern.

Dafür war ich letzte Woche zwei Mal und diese Woche ein Mal in dem Suppenladen, von dem ich glaube ich schon mal geschrieben hatte. Alles selbstgemacht, ohne Zusätze dort und sehr lecker. Ich hatte Glück und habe jedes Mal eine Suppe gefunden, die recht vertrauenswürdig aussah – einmal eine Paprikacremesuppe und zwei Mal etwas auf Kartoffelbasis. Ich habe alle drei Suppen sehr gut vertragen. Daneben gegriffen habe ich allerdings am Sonntag in einem Restaurant. Mein Vater hatte Geburtstag und wir waren Essen. Das Restaurant brüstet sich damit, alles selbst frisch zuzubereiten – das klang schon mal gut. Ich habe Reibekuchen bestellt und dazu Gemüse, nur mit Salz gewürzt und mit etwas Sahne abgelöscht. Ich vermute unterdessen, dass die Reibekuchen evtl. doch aus der Packung kamen und irgendwelche Zusatzstoffe hatten – oder es war etwas in dem Butterschmalz drin, in dem sie angebraten waren. Ich habe leider ziemlich schlimmen Durchfall nach dem Essen bekommen und die Reibekuchen sind mir echt noch einen Tag nachgelaufen. Auswärtsessen ist halt doch Risiko. Das verunsichert mich jetzt allerdings ganz schön mit Blick auf den Urlaub… vor allem, weil ich kaum Französisch spreche. Aber wir haben ja zum Glück ein Ferienhaus, da können wir auch selbst kochen.

Morgen hole ich mir die erste B12-Spritze ab. Auf das es aufwärts gehen möge.

Ein Silberstreif am Horizont?

Puh, was für eine Woche auf der Jagd nach meinen Blutwerten. Ich habe am Mittwoch (oder war es am Donnerstag?) noch mal in der Praxis angerufen, da ich von der Ärztin trotz Ankündigung, sie würde sich melden, immer noch nichts gehört hatte. Ich habe die Sprechstundenhilfe gebeten, doch im Computer wenigstens schon mal nach den Werten zu schauen. Da hieß es dann, alles normal, nur Eisen sei … zu hoch?! Da war ich dann erst mal wieder fertig mit den Nerven – wie kann man sich bei „normalen“ Blutwerten bitte so erschöpft und kaputt fühlen?

Heute habe ich dann um 13 Uhr schlapp gemacht auf der Arbeit, bin nach Hause gefahren und habe mich erst mal ins Bett gelegt. Nach eineinhalb Stunden wurde ich vom Handy geweckt – die Ärztin war dran. Und von wegen alles normal – B12 ist wohl ganz schön im Keller und der Q10 Wert ist ebenfalls stark erniedrigt. Vitamin D ist wohl normal und Eisen ist erhöht – allerdings bei einem erniedrigten Ferritinwert. Da stimmt also eventuell auch irgendetwas nicht, das will sie allerdings in 8 Wochen noch mal kontrollieren. Ich habe nicht verstanden, ob der Ferritinwert zu niedrig oder nur niedrig ist. Ich hole mir die Ergebnisse aber kommende Woche noch mal schwarz auf weiß.

Bei Burgerstein steht, dass die Bestimmung des Q10-Spiegels im Blut nur bedingt aussagekräftig ist, da er starken Schwankungen unterliegt. Q10-Supplementierung kann aber bei Nitrostress positiv wirken. So steht dort: „Bei Störungen des mitochondrialen Stoffwechsels, der sich zunächst häufig mit Müdigkeit, Energielosigkeit und Erschöpfung zeigt, ist der Einsatz von Coenzym Q10 empfohlen“ (Burgerstein, Handbuch Nährstoffe, S. 296). Das Q10 werde ich in flüssiger Form oral supplementieren. Ich erfahre nächste Woche, welche Dosierung ich da nehmen soll.

Für das Vitamin B12 werde ich zunächst 4 Spritzen erhalten – die erste noch nächste Woche vor dem Urlaub. Interessant ist, das B12 auch am Histaminstoffwechsel beteiligt ist. Laut Burgerstein schleust B12 „Methylgruppen in den Stoffwechsel ein. Diese werden im Stoffwechsel beispielsweise … zur Methylierung von Histamin benötigt“ (S. 183).  Allerdings habe ich jetzt ein wenig gegoogelt und wenig über mögliche Zusammenhänge zwischen einer Histaminintoleranz und einem B12 Mangel gefunden. Auf einigen Seiten steht sogar, dass man B12 bei Problemen mit Histamin nicht nehmen sollte. Aber mit dem Mangel will ich nicht weiter durchs Leben gehen und werde mir die Spritzen also auf jeden Fall abholen.

Laut Burgerstein kann Vitamin B12 kann in Folge von Nitrostress erniedrigt sein. Mit dem Thema muss ich mich wohl mal etwas beschäftigen. Nitrostress  entsteht, wenn im Körper zu viel Stickstoffmonoxid (NO) unterwegs ist. Dieses kann dann zu einem übermäßigen Verbrauch von B12 führen, erhöhter Histaminbildung. Es kann auch auf die Bildung von Hormonen Einfluss nehmen und diese vermindern (z.B. Schilddrüse) und die Melatoninbildung beeinflussen. Auch für Müdigkeit und Erschöpfung kann Nitrostress durch Beeinträchtigung des mitochondrialen Stoffwechsels sorgen.

Jetzt stellt sich für mich die Frage, ob ich dem Thema Nitrostress noch weiter nachgehen soll (also evtl. durch einen Test)? Ich werde die Ärztin mal fragen, aber generell werde ich jetzt erst mal schauen, dass mein Vitamin B wieder ins Lot kommt.

Warten aufs Christkind

Naja, nicht ganz. Warten auf die Blutwerte aber. Und ich bin so ungeduldig :(. Und will wissen, was los ist. Ich hab heute in der Praxis angerufen, da hieß es, meine Karte wäre bei der Frau Dr. auf dem Schreibtisch und sie würde sich melden. Hat sie aber heute nicht. Rufe ich morgen wohl noch mal an. Menno.

An der Essensfront geht es durchwachsen zu. Gestern war ich das erste mal wieder in der Mittagspause draußen essen! Es gibt bei uns einen Laden, der selbst gemachte Suppen garantiert ohne Geschmacksverstärker etc. anbietet. Ich habe eine Cremesuppe mit Paprika gegessen und gut vertragen. Super! Dafür rumpelt gerade die Schokolade sehr in meinem Darm, die ich heute Nachmittag hatte. Hmm. Das eine kann natürlich mit dem andere zu tun haben.

Vorgestern habe ich noch mal mit dem Institut in Hamburg telefoniert und Termine für September vereinbart. Die Ärztin vermutet, dass die Müdigkeit nach dem Obst daher kommt, dass mein System noch zu hoch liegt.

Ich habe gerade ein bisschen Sorge, dass meine Erschöpfung vielleicht auch etwas mit der Impuls-Therapie zu tun hat. Ich reagiere ja auch auf die Osteopathie mit einigen Tagen starker Erschöpfung. Manchmal frage ich mich, ob mein Körper die Reize der Impuls-Therapie noch verarbeitet.

Außerdem will ich endlich meine Blutwerte wissen :(. Denke schon wieder, kein Anruf heißt „alles in Ordnung“. Seufz…

Just another manic Monday?

Oh je, Montag. Ich hab grottenschlecht geschlafen die letzte Nacht (also, schlechter, als sonst) und schiebe das auf die Kichererbsen, die ich gestern getestet habe (wobei es möglicherweise auch die vegetarischen Würstchen aus Weizeneiweiss gewesen sein könnten – denen traue ich noch nicht so ganz über den Weg).

Kichererbsen also. Ich habe zum Mittag eine kleine Portion in mein Gemüse gerührt. Ich hatte relativ schnell nach dem Essen Halsschmerzen (allerdings nur ganz leicht) und später dann das Gefühl, als hätte ich einen Backstein im Darm. Irgendetwas kantiges halt. Das schlimmste war aber, dass ich etwa eine Stunde nach dem Essen mal wieder dachte, die Welt geht unter und es ist alles hoffnungslos. Absolute Heul- und Schwermutsattacke. Es ging mir vor den Kichererbsen schon nicht bombig, aber so krass…. Das ist mir jetzt nach Hülsenfrüchten schon mehrfach passiert, aber da ich im Moment eh nah am Wasser gebaut habe, weiß ich immer nicht so recht, was ich daraus machen soll. Jedenfalls traue ich mich jetzt nicht, die zweite Hälfte der Kichererbsen auch noch zu testen. Von wegen Kichern. Dass ich nicht lache. Naja, schlecht geschlafen habe ich dann auch, inklusive Schweißausbrüche. Auch die hatte ich lange nicht mehr, da war also wahrscheinlich was im Busch.

Insofern stand der Tag heute in Sachen Konzentration unter keinem guten Stern und mein Arbeitstag war schnell vorbei. Ich hatte aber heute die Möglichkeit, mit der Kollegin zu sprechen, die an Multiple Chemical Sensitivity (MCS) leidet und gleichzeitig auch mit einigen Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien zu kämpfen hat. Sie arbeitet 3 Vormittage im Büro (bei sperrangelweit geöffneten Fenster) und die restliche Zeit zu Hause. Was ich ihr in Sachen Erschöpfung beschrieb, kannte sie nur zu gut. Allerdings ist sie in der Lage, in unserem Bürogebäude überhaupt zu arbeiten, was für mich jetzt zumindest schon mal ein Indikator ist, dass dort keine außergewöhnlich hohe Belastung mit chemischen Stoffen vorliegt. Das heißt natürlich nicht, dass meine Probleme nicht trotzdem von ausgasenden Stoffen mitverursacht oder verstärkt wurden/werden. Es heißt erst einmal nur, dass das Büro nicht schlimmer „vergiftet“ ist, als andere, in denen Teppichboden liegt und Computer etc. rumstehen. Die Kollegin ist nach langer Leidensgeschichte (mit der ganzen Latte von Verzweiflungsdiagnosen á la Depression) bei einem Umweltmediziner in Behandlung. Natürlich alles auf eigene Kasse. Ich werde das mal als Option im Auge behalten.

Außerdem habe ich jetzt doch einen Termin bei dem Borreliose-Spezialisten. Nach meinem Urlaub, in der vorletzten Septemberwoche. Das ist super!

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung auf Nährstoffmängel waren leider noch nicht da. Die Ärztin würde sich melden, wenn etwas wäre…. Also ist mal wieder Warten angesagt.

Bestandsaufnahme

Es ist ein verregneter Sonntag und ich dachte, ich mache mal eine Bestandsaufnahme und überlege, wie es weitergehen soll.

Der Punkt, an dem es mir es mir dieses Jahr mit am schlechtesten ging war der Januar, als ich noch nichts von meiner Histaminintoleranz wußte und mich mit histaminhaltigem Essen mehrfach so richtig „abgeschossen“ habe. Heute geht es mir auch schlecht, aber ganz anders.

Seit ich um Karneval herum mit der histaminarmen Ernährung begonnen habe, haben sich im Magen-Darm-Bereich viele meiner Symptome, die ich hier im Blog aufgeführt habe, deutlich gebessert. Das war ein Prozess, der sich über 4-5 Monate hingezogen hat, ist also nicht von jetzt auf gleich passiert. So sieht meine Beschwerdeliste im Moment aus. Die durchgestrichenen Symptome habe ich auch noch, aber wirklich nur noch selten – mehrmals im Monat vielleicht. Vorher täglich oder mehrmals wöchentlich:

  • Magen-Darm: Blähungen, breiiger Stuhl, unverdaute Essensreste im Stuhl, laute Darmgeräusche, Durchfall, Übelkeit, paradoxer Stuhl, Luft im Oberbauch, Krämpfe Unterleib/Darm (zyklusbedingt).
  • Herz-Kreislauf: Herzklopfen, erhöhter Puls (insb. unter Belastung), Engegefühl in der Brust, Schwindel, Herzstolpern, Kopfschmerzen (v.a. zyklusbedingt).
  • Hals, Nase, Ohren: Halsschmerzen, Ohrenschmerzen links, Reizhusten, geschwollene Nasenschleimhäute, verschleimter Hals, Fließschnupfen.
  • Haut: Juckreiz, rote Flecken (v.a. nach dem Duschen), Ausschlag (v.a. Leisten, Rücken), wunde Stellen im Mund, belegte Zunge.
  • Gefäße: starkes Frieren, blaue Fingernägel, geschwollene Finger, Raynaud’sches Syndrom, Flush, geschwollene Augen (morgens).
  • Sonstiges: Engegefühl im Hals, Schluckbeschwerden, Nachtschweiß, Unruhiger/nicht erholsamer Schlaf, Abgeschlagenheit, massive Erschöpfung, Stimmungsschwankungen, brennende Augen, plötzliche bleierne Müdigkeit, PMS, Empfindlichkeit gegenüber Düften, Parfümstoffen, starke Regelbeschwerden.

Die zyklusbedingten Beschwerden sind abgeschwächt, weil ich unterdessen keine „Pillenpause“ mehr mache.

Die Veträglichkeit von Lebensmitteln ist wieder gestiegen – teilweise konnte ich das schon vor der Impuls-Therapie beobachten, aber insbesondere die Verträglichkeit von Obst und Zucker ist erst seit den entsprechenden Desensibilisierungen wieder gegeben. Gleichzeitig habe ich den Eindruck seit den Desensibilisierungen Kuhmilchprodukte wieder besser zu vertragen.

Neben dem Obst konnte ich auch einige Gemüsesorten wieder in meinen Speiseplan aufnehmen, die ich zuvor schon sehr lange gemieden hatte – insbesondere Zwiebeln, Zucchini und Kürbis. Auch bei den Gewürzen bin ich wieder mutiger geworden. Ob das jetzt ein Erfolg der Impuls-Therapie oder der langen Karenz ist, vermag ich nicht zu beurteilen – ist mir aber auch egal. Letztlich habe ich durch die Erfolge beim Obst den Mut gefunden, diese Sachen auch mal wieder zu testen. Ich traue mich ab und zu sogar ein paar Oliven (ohne Essig, nur mit Kräutern) aus dem Bioladen und auch mal ein Sojawürstchen zu essen. Soja ist wegen der Histaminintoleranz nicht günstig und ich merke am nächsten Tag, wenn ich zuviel hatte, aber ab und zu ist sogar das unterdessen drin.

Was ich in der nächsten Zeit testen möchte sind vor allem Mandeln (habe ich gestern das erste Mal gegessen und vertragen) und Kichererbsen – laut dem Interview mit Dr. Joneja auf http://thelowhistaminechef.com können diese durchaus verträglich sein, während rote Hülsenfrüchte eher unverträglich sind.

Man sieht, das meine Ernährung doch wieder um einiges abwechslungsreicher geworden ist und insgesamt sind Magen und Darm recht ruhig. Das sind die Erfolge.

Was schlimmer wurde

Leider – man sieht es auch an den verbliebenen Symptomen – haben sich meine Probleme in einen Bereich verlagert, unter dem ich letztlich gerade mehr leide, als unter den Einschränkungen beim Essen. Ich hab ja in den letzten Posts schon genug darüber geschrieben und gejammert – es geht um die extreme Erschöpfung, unter der ich leide. Wenn ich so zurückdenke, ist diese seit Mai ständig schlimmer geworden.

Anfang Mai waren wir noch auf einer mehrtägigen organisierten Rennradtour. Ich habe eigentlich die ganzen Monate davor dafür gekämpft, dort mitfahren zu können. Ich habe dabei die Grenzen, die mir mein Körper gesetzt hat glaube ich ziemlich vehement überschritten und die Warnsignale, die er mir gegeben hat ignoriert oder mit Antihistaminika überdeckt. Seitdem diese Tour vorbei ist geht es mir eigentlich ständig schlechter. Ich musste nach und nach alle sportlichen Aktivitäten einstellen. Zunächst das Rennradfahren, dann das Schwimmen, das ich als Ausgleich begonnen hatte. Ein Versuch mit leichtem Muskeltraining im Fitnessstudio ist grandios gescheitert. Mein Körper reagiert auf die geringste Beanspruchung mit tagelangen Erschöpfungszuständen. Ich weiß oft nicht, wie ich morgens aus dem Bett und durch den Tag kommen soll. Gleichzeitig leide ich so darunter, nicht aktiv sein zu können. Vom Kopf her will ich (und zwar am besten direkt durch die Wand), aber der Körper schreit einfach nur „Nein“ (naja…er pfeift eher auf dem letzten Loch und röchelt ein heiseres „Bitte nicht“).

Wo vorher meine Einschränkungen beim Essen mein Leben bestimmt haben, ist es jetzt die Erschöpfung. Alles richtet sich danach und ich hab das Gefühl, dass mein Leben gerade völlig kaputt ist. Es ist fast nichts mehr von dem übrig, was ich früher genossen habe.

Wie geht es weiter?

Es gibt noch ein paar Optionen, die ich bis jetzt noch nicht verfolgt habe. Anderes habe ich angefangen und werde es weiter verfolgen. Dazu gehören:

  • die Homöopathie. Auch wenn es wirklich schwierig zu sein scheint, „mein“ Mittel zu finden, habe ich diese Option noch nicht aufgegeben. Der Homöopath auch nicht, zum Glück.
  • die Impuls-Therapie. Auch wenn sich die Erschöpfung nach der Weizendesensibilisierung nicht, wie erhofft und von Frau Dr. W. in Aussicht gestellt, gebessert hat, möchte ich wegen der Erfolge beim Obst auf jeden Fall noch einen Anlauf wagen – ich würde gerne Milch und eventuell den Eiweissbaustein, der dort getestet wird, in Angriff nehmen.

Was sonst noch?

  • Endokrinologie – Termin im November.
  • Etwas schwieriger und aufwändiger wird das Thema Büro-Chemie am Arbeitsplatz. Meine Probleme haben damit so richtig begonnen, dass ich meinen Arbeitsplatz gewechselt habe. Eine Möglichkeit ist, dass an meinem Arbeitsplatz etwas ausdünstet, das mich belastet. Es gibt mindestens eine Kollegin, die ebenfalls Probleme hat (ich vermute MCS) und zu Hause arbeitet. Es ist allerdings schwierig, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Sie ist telefonisch nicht erreichbar und auf meine E-Mail hat sie nicht geantwortet. Von einer Nutzerin bei Libase habe ich hilfreiche Hinweise zu dem Thema bekommen. Ich muss nur meine Kraft zusammennehmen und endlich etwas in die Wege leiten (z.B. eine Blutuntersuchung). Es wäre so viel einfacher, wenn ich kompetente ärztliche Unterstützung hätte.
    Von einer anderen Kollegin habe ich jedenfalls gehört, dass es Probleme mit dem Teppich gab/gibt, der sehr gestunken hat, als er verlegt wurde. Die Büros riechen immer noch – fast ein Jahr später – ziemlich unangenehm, wenn sie nicht gelüftet sind. Nicht unbedingt nach Chemie oder Lösungsmitteln, sondern muffig – aber ein gutes Raumklima herrscht auf jeden Fall nicht.
  • Ebenfalls nicht ganz einfach ist das Thema Borreliose. Eine Bekannte (die selbst Leistungssportlerin war) hat mir einen Arzt empfohlen, der auf Borreliose spezialisiert ist. Leider habe ich im Internet gesehen, dass die Praxis offenbar keine Borreliose-Patienten mehr aufnimmt. Ich habe mich nicht getraut, anzurufen, aus Angst, abgewimmelt zu werden. Ich fühle mich da immer so unendlich hilflos und so eine Absage zieht mich momentan immer so runter, dass ich erst mal wieder nur heule. Ich habe dem Arzt nun direkt eine E-Mail geschrieben, aber noch keine Antwort erhalten.
  • Spezialklinik. Im Sauerland gibt es eine Klinik, die sich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien spezialisiert hat. Wenn es mir bis November nicht deutlich besser geht, werde ich versuchen, mich dort von meiner Hausärztin einweisen zu lassen. Auch wenn ich den Eindruck habe, dass Nahrungsmittelunverträglichkeiten gerade nicht mein größtes Problem sind, kann es schon sein, dass meine Erschöpfung von einer unerkannten Unverträglichkeit kommt.

Man sieht, dass ich sicher noch nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe. Aber es geht alles so quälend langsam und kostet so viel Kraft, das alles alleine anzugehen und zu organisieren. Und gerade Kraft ist das, was mir gerade so fehlt.

 

Auf und ab

Gestern ging es mir nach den schlimmen Tagen vorher ein bisschen besser – ich hatte etwas mehr Energie und hab mich nicht so völlig fertig gefühlt. Aber wahrscheinlich habe ich es dann übertrieben…ich war einkaufen und hab danach hier im Haus noch aufgeräumt. Heute sind die Speicher wieder leer, jede Treppenstufe ist eine Qual. Der Kopf ist schwer, die Beine sind schwer und die Rückenschmerzen, die ich seit Tagen habe, helfen natürlich auch nicht. Neben den Problemen mit der Lendenwirbelsäule, die ich schon seit Monaten habe, ist jetzt noch mindestens ein Brustwirbel blockiert, wobei es sich eher anfühlt wie zwei. Das macht so schöne Schmerzen beim Atmen.

Gestern kam meine Lieferung von MyProtein. Ich habe dort neben vegetarischen Leerkapseln auch Phosphatidylserin bestellt. Ich hatte im „Handbuch Nährstoffe“ von Burgerstein gelesen, dass es positiv bei Stress und Erschöpfung wirken soll. Es soll außerdem die Regenerationsfähigkeit verbessern. Empfohlen werden dort 400mg pro Tag. Ich werde wohl mal versuchen, es einzuschleichen, allerdings muss ich damit noch ein bisschen warten, da ich ja mal wieder ein homöopathisches Mittel teste.

Apropos: ich hatte ich Post von meinem Homöopathen, der davon ausgeht, dass meine schlimme Erschöpfung gepaart mit den Stressträumen eine Reaktion auf das Mittel sein kann (Erstverschlimmerung). Ich soll die Globuli jetzt mal drei Tage weglassen und schauen, was passiert.